Rapperswil-Jona

Alte Stromleitung rettet Lützelau-Saison

Das alte Stromkabel auf die Insel Lützelau liegt nach wie vor im See – zum Glück. Mit einer Woche Verspätung soll der Gastrobetrieb auf der kleinen Insel nach der grossen Panne auf der Baustelle nun starten können.

Die Feuerwehr und die Wasserrettung kontrollieren und versenken die alte Leitung auf die Insel Lützelau.

Die Feuerwehr und die Wasserrettung kontrollieren und versenken die alte Leitung auf die Insel Lützelau. Bild: zvg/Feuerwehr Rapperswil-Jona

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An Energie mangelte es den Verantwortlichen der Insel Lützelau nie. Nur die Insel selbst dümpelte stromlos im Zürichsee herum. Die Folge: Der Saisonstart wurde abgesagt, das Restaurant blieb geschlos­sen.

Nun kommt Hoffnung auf, dass die Insel bald wieder mit Strom versorgt wird. «Wir haben uns zusammen­gesetzt, um die Insel-Saison zu retten», sagt Tourismus-Chef Simon Elsener. Schon alleine wegen der elf Mitarbeiter auf der Insel sei es wichtig, den Betrieb bald aufzunehmen. Die Energieversorgung soll durch die alte Stromleitung sichergestellt werden.

Grund: Bauarbeiten

Dass es überhaupt einen solchen Notfallplan braucht, daran sind Bauarbeiten schuld. Bei der Ausführung des Projekts «Insel Lützelau – Erneuerung der Werkleitungen» sind beim Einzug des Stromkabels ins im See gelegte Hüllrohr unerwartet Schwierigkeiten aufgetreten, wie die Ortsgemeinde bereits vergangene Woche bekannt gab. Warum die 1,7 Kilometer lange Leitung nicht auf die Lützelau gezogen werden konnte, ist nach wie vor unklar. Immerhin: Die Wasser- und Abwasserleitungen, welche auch Teil des knapp eine Million Franken teuren Sanierungsprojekts sind, funktionieren.

Der Trafo bleibt der alte

Dass man das alte Kabel überhaupt ausser Betrieb genommen hat, hängt mit der Bauplanung zusammen. Der bestehende Trafo für die Leitung konnte nämlich am neuen Standort beim Hotel Schwanen wiederverwendet werden. Also wurde die Leitung gekappt – zu einem Zeitpunkt, als die Insel keinen Strombedarf hatte. Nun muss der Trafo wieder verschoben und die alte Leitung auf der Lützelau wieder richtig vergraben werden. «Deshalb konnten wir den Strom nicht einfach von einem Tag auf den anderen wieder einschalten», erklärt Christoph Sigrist, Geschäftsführer der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona. Derzeit wird nun laut einer Mitteilung der Ortsgemeinde mit Hochdruck am Anschluss der alten Leitung ans Stromnetz gearbeitet, Anfang Woche haben etwa die Feuerwehr und die Wasserrettung die alten Leitungen gemeinsam mit dem Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil kontrolliert.

Damit gewisse Vorbereitungsarbeiten im Hinblick auf die Eröff­nung der Gastronomie auf der Lützelau vorgenommen werden können, wurde zur Überbrückung ein Notstromaggregat auf der Insel installiert. Wann die neue Leitung fertiggestellt werden kann, ist unklar. Selbst wenn die Problemursache gefunden ist, kann es längere Zeit dauern: «Wir müssen neue Bautermine wie­der­um mit der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft und der Fischerei absprechen», sagt Sigrist.

Eintrinken an Auffahrt

Der Restaurantbetrieb wird am kommenden Samstag mit einer Woche Verspätung aufgenommen. Die grosse Iitrinkete der Insel soll dann am Auffahrtstag stattfinden. Inselpächter Joe Kunz ist hörbar erleichtert über die positiven Nachrichten. Das Notstromaggregat erlaubt es dem Team, endlich das Restaurant putzen zu können, um einen Saisonstart zu ermöglichen. «Staubsauger und Hochdruckreiniger funktionieren endlich wieder.» Und auch die ersten Getränke können wieder gekühlt werden. Mit einem Notstromaggregat den ganzen Inselbetrieb sicherzustellen wäre aber nicht möglich. Kunz ist zuversichtlich, dass man nach dem Pre-Opening am Samstag rasch wieder zum Normal­betrieb übergehen auch. Auch der bereits abgesagte Muttertagslunch ist nun wieder geplant – aller­dings haben einige der Gäste nun bereits Alternativen gefunden und abgesagt, berichtet Kunz. Dafür hat es nun Platz für neue Gäste.

Ob Inselwart Joe Kunz für den erlittenen Einnahmeausfall entschädigt wird, ist noch offen. Erst einmal sei es nun darum gegangen, Schadensbegrenzung zu betreiben und die Insel Lützelau schnell öffnen zu können, erklärt Simon Elsener. Dieser Argumentation folgt man auch bei der zustän­digen Ortsgemeinde Rapperswil-Jona. Die Haftungs­fragen werde man sicher noch genau­er prüfen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 01.05.2018, 15:07 Uhr

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