Rapperswil-Jona

Ab sofort trägt der Holzsteg ein gesprenkeltes Kleid

Auf dem Holzsteg nach Hurden wird gefräst, gebohrt und geleimt. Zahlreiche Eichenholzlamellen sind morsch und müssen ausgebessert werden. Doch damit ist es noch nicht getan.

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«Ein bisschen Abstand halten», ruft der Arbeiter den neugierigen Spaziergängern zu. Er kniet am Boden und fräst eine Lamelle aus, dass die Eichenholzspäne nur so fliegen. Sein Kollege fängt sie mit einer Art überdimensioniertem Staubsauger ein, so gut es geht. Seit zwei Wochen ist die Kaltbrunner Holzbaufirma Rüegg auf dem Steg zwischen Rapperswil-Jona und Hurden an der Arbeit, und das Resultat ist inzwischen leicht zu erkennen: Die neuen Lamellen sind hell mit einem Stich ins Gelbliche und heben sich deutlich ab von den graubraun verwitterten.

Das in den letzten Tagen entstandene Sprenkelmuster wird allerdings nicht von langer Dauer sein. «Die Lamellen dunkeln rasch nach und dann sieht man keinen Unterschied mehr», erklärt Daniel Wütschert von der Firma Rüegg anlässlich einer kurzen Besichtigung vor Ort. Man habe schon bis anhin immer wieder einzelne Lamellen ausgebessert; diese Stellen seien inzwischen nicht mehr zu erkennen.

Sporen an den Schuhen

Viele der 18 Zentimeter dicken Eichenholzlamellen sind von einem Pilz befallen, dem Eichenwirrling. Dieser lässt das Holz morsch und schwammig werden. Wasser, Wind und die Heerscharen von Spaziergängern machen die Sache nicht einfacher. Die Spaziergänger tragen die Sporen des Pilzes an ihren Schuhen und verteilen sie so immer weiter. Vor sechs Jahren hat die Stadt Rapperswil-Jona deshalb begonnen, die Bretter mehrmals im Jahr biologisch zu imprägnieren. Sie tut dies mit einer Konzentration von Trichodermasporen, einem Schimmelpilz, der den schädlichen Pilz bekämpft. Seither habe die Ausbreitung gestoppt werden können, sagt Josef Lacher, der Leiter des städtischen Tiefbauamtes.

Die gegenwärtigen Arbeiten kosten 70 000 Franken und dienen laut Lacher vor allem der Sicherheit. Die morschen Lamellen, die man vorgängig mit einem Spezialbohrer eruiert und markiert hat, werden bis zu den befallenen Stellen ausgefräst und mit Imprägnierungsgel behandelt. Danach wird das neue Holz eingeleimt. Weil die Renovationsarbeiten nur bei trockenem Wetter durchgeführt werden können, ist es schwierig zu sagen, wie lange die Spaziergänger noch mit herumfliegenden Holzspänen rechnen müssen. Bis in zwei Wochen sollten die Arbeiten aber sicher abgeschlossen sein, schätzen Lacher und Würtschert.

Kredit von 350 000 Franken

Ganz zur Ruhe kommt der Holzsteg allerdings auch danach nicht. Wenn die Lamellenfräser abgezogen sind, werden ab Mitte Oktober mit einem speziellen Widerstandsmessgerät sämtliche Stützpfähle untersucht. Auch sie sind aus Eichenholz, und auch sie wurden als Sofortmassnahme bereits mit dem Pilzschutzmittel behandelt. Jetzt folgen die Bohruntersuchungen, mit denen festgestellt werden kann, ob und wie stark die einzelnen Pfähle befallen sind. Schlimmstenfalls müssen einige von ihnen ausgewechselt werden. Ebenso einzelne Lamellen auf dem Gehweg, bei denen sich der Eichenwirrling schon zu weit nach unten durchgefressen hat.

Die Stabilität des Holzstegs sei keinesfalls gefährdet, versichert Josef Lacher vom Bauamt Rapperswil-Jona. Für die Arbeiten an den Pfählen wird die Stadt der Bürgerversammlung im Dezember einen Investitionskredit von 350'000 Franken vorlegen. Diesen muss Rapperswil-Jona jedoch nicht allein tragen. 80'000 Franken will der Verein Holzsteg beisteuern, vom Rest übernimmt die Schwyzer Gemeinde Freienbach einen Fünftel. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.09.2017, 17:47 Uhr

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