Zürich / St. Gallen

Zum Dank umarmt und ausgeraubt

Schmuck-Trickdiebe machen derzeit die Nordostschweiz unsicher. Diebesbanden sind nicht nur in Grenznähe und in den Städten unterwegs. Die Polizei warnt auch in der Region vor der dreisten Tour.

So lieb ist die Umarmung nicht gemeint: Trickdiebe suchen die Nähe zu ihren Opfern um Schmuck zu stehlen.

So lieb ist die Umarmung nicht gemeint: Trickdiebe suchen die Nähe zu ihren Opfern um Schmuck zu stehlen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Die Masche ist immer dieselbe. Ein Auto mit mehreren Personen hält am Strassenrand. Eine der Insassen fragt beispielsweise nach dem Weg zum Spital. Scheinbar glücklich über die Auskunft wird dem Opfer überschwänglich gedankt. Zur «Belohnung» schenken die Gauner dem Ahnungslosen Schmuck. Nach einer Umarmung ist dann aber der eigene, wesentlich wertvollere Schmuck weg.

Nach der Tat über die Grenze

In den Kantonen Zürich und St. Gallen haben solche Trickdiebstähle in den vergangenen Wochen zugenommen. Der Deliktbetrag beläuft sich derzeit auf mehrere tausend Franken. Seit anfangs Juni sind bei der Stadtpolizei Zürich rund ein halbes Dutzend Anzeigen eingegangen. Auch der Kantonspolizei St. Gallen sind mehrere solcher Fälle bekannt. So wurde erst letztes Wochenende einer Passantin in Uznach die Halskette gestohlen, wie die Polizei mitteilte.

«In zwei der Fälle gehen wir davon aus, dass die gleichen Täter am Werk waren», sagt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage. Es sei auch möglich, dass mehrere Banden unterwegs seien und sich untereinander absprechen. Noch gibt es kaum Hinweise über die Herkunft der Täter. «Wir vermuten, dass die Diebe gleich nach der Tat über die Grenze verschwinden», sagt Rezzoli.

Niemanden an sich heranlassen

Die organisierten Banden gehen äusserst professionell und zielstrebig vor. Daher sei es wichtig, dass die Bevölkerung über die dreiste Masche aufgeklärt werde. Freundlichkeit ist bei der vorgegaukelten Dankbarkeit fehl am Platz. «Es ist wichtig, dass man in solchen Fällen niemanden an sich heranlässt. Man muss resolut sein und Fremde gegebenenfalls dazu auffordern, den nötigen Abstand einzuhalten», sagt Rezzoli. Das habe mit Unfreundlichkeit nichts zu tun – jeder habe das Recht auf Intimsphäre.

Die Opfer bemerken den Diebstahl meist erst später, wenn die Diebe schon über alle Berge sind. Im Fokus stehen meist ältere, hilfsbereite Personen, die alleine unterwegs sind. Gian Andrea Rezzoli geht davon aus, dass es mehrere Versuche gegeben hat, die der Polizei nicht gemeldet wurden.

Im Kanton Zürich konzentrieren sich die Trickdiebstähle bisher vor allem auf die Stadt Zürich. In den anderen Regionen sind der Kantonspolizei bisher noch keine solchen Fälle bekannt, sagt Sprecherin Carmen Surber auf Anfrage. Trotzdem mahnt auch sie die Bevölkerung zur Vorsicht. (zsz.ch)

Erstellt: 17.06.2015, 14:33 Uhr

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