Rapperswil-Jona

Widerstand à la Asterix und Obelix

Vor der Geberit-Generalversammlung haben 30 Personen gegen die Schliessung zweier Standorte in Frankreich demonstriert.

Sie hören nicht auf, Widerstand zu leisten: Vertreter der betroffenen Arbeitnehmer verteilen Flugblätter an die Aktionäre.

Sie hören nicht auf, Widerstand zu leisten: Vertreter der betroffenen Arbeitnehmer verteilen Flugblätter an die Aktionäre. Bild: David Baer

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Gross war die Gruppe von Demonstranten nicht, die den Geberit-Aktionären auf dem Weg zur Generalversammlung im Grünfeld den Weg versperrte — dafür war ihr Widerstand originell. Die französischen Staatsangehörigen waren im Gewand der aufmüpfigen Gallier angereist, um den Aktionären bewusst zu machen, wie düster die Aussichten für die Mitarbeiter der Geberit-Tochterfirmen im Burgund seien.

Auf den Flugblättern, welche die Demonstranten mit Witz und Charme an die vorwiegend älteren Herren zu verteilen suchten, heisst es: «Wir sind die Vertreter der 250 betroffenen Familien von Angestellten jener Fabriken, welche Geberit seit fast einem Jahr zu schliessen versucht.» Dass es bisher noch nicht zur Schliessung kam, sei den beiden betroffenen Dörfern La Villeneuve-au-Chêne und Digoin zu verdanken, die nicht aufhörten, Widerstand zu leisten. «Widerstand gegen die Schweizer», präzisiert Demonstrant Ubert Terrasse, der mit einem Flugblatt wedelt und ein Fell über den Schultern trägt.

Hymne der Arbeiterbewegung

Es sei ein bewusster Strategie-Wechsel, erklärt Erich Kramer, Regionalkoordinator bei der Unia. Nachdem im vergangenen Oktober rund 400 Personen gegen die geplante Schliessung der beiden Fabrik demonstriert hatten, sollten es diesmal nur 30 sein, um Flugblätter zu verteilen. «Wir wollten keinen Riesenaufstand machen, auch aus Respekt gegenüber der Geberit AG», sagt Kramer. Die Verhandlungen der Konfliktparteien gingen derweil in eine neue Runde, sagt Ralph Blindauer, Rechtsanwalt der beiden Betriebe in Frankreich. «Am Dienstag haben wir eine Sitzung im Ministerium für Industrie in Paris.»

Plötzlich ruft einer der Demonstranten «Aux armes!», und ein anderer stimmt die «Marseillaise» an — die heutige Nationalhymne, welche im 19. Jahrhundert die Hymne der Arbeiterbewegung war.

Die als Gallier verkleideten Protestanten sangen vor dem Geberit Haupsitz in Jona zusammen mit Vertretern der Unia und weiteren Gewerkschaften die französische Nationalhymne. Video: Eva Pfirter. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.04.2017, 19:21 Uhr

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