Rapperswil

Ungewisse Zukunft für Traditionslokale in der Altstadt

Die Gastro­szene in der Altstadt ist im ­Umbruch: Der «Sternen» wird ­renoviert, für den «Paragraph 11» sucht die Ortsgemeinde noch immer einen neuen Pächter – bisher ohne Erfolg.

Für den «Paragraph 11» in der Rapperswiler Altstadt konnte noch kein Nachfolger gefunden werden.

Für den «Paragraph 11» in der Rapperswiler Altstadt konnte noch kein Nachfolger gefunden werden. Bild: Archiv ZSZ

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Langjährige Wirte, die gehen, Traditionslokale, die schliessen, und Gaststuben, deren Zukunft in den Sternen steht: In der Rapperswiler Altstadt zeichnet sich in Sachen Restaurants ein Wandel ab.

Offen ist derzeit die Zukunft des «Paragraph 11». Das traditionsreiche Altstadtrestaurant am Herrenberg gehört der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona, die für ihr Lokal schon seit längerem einen neuen Pächter sucht. Die letzte Gastgeberin, Gabriella Trüssel, wird das Restaurant nur noch bis Ende Sommer führen, heisst es auf Anfrage bei der Ortsgemeinde. Zuvor war dort ihre Mutter Rina Kundert mehr als 30 Jahre lang eine beliebte und bekannte Gastgeberin.

Dem Stil treu bleiben

Auch unter den drei Anwärtern, die für den «Paragraph 11» bis vor kurzem noch im Rennen waren, vermochte keiner zu überzeugen: «Wir haben noch nicht den passenden Nachfolger gefunden», sagt Ortsgemeindepräsident Matthias Mächler.

Der Ortsgemeinde als Besitzerin der Liegenschaft sei es wichtig, das traditionsreiche Altstadtrestaurant in der gleichen Art und Weise fortzuführen, in der es sich in den letzten Jahrzehnten in der Rapperswiler Gastroszene einen Namen gemacht hat. Vorzugsweise solle der «Paragraph 11» auch unter dem künftigen Wirt oder der künftigen Gastgeberin seinen Namen beibehalten. «Der Charakter des Lokals soll erhalten bleiben», sagt Mächler. Entsprechend setze sich die Ortsgemeinde nicht unter Druck: Die Ausschreibung laufe nach wie vor; Interessenten können sich melden.

Bistrotische im Freien

Neu soll es im «Paragraph 11» in Zukunft auch Aussenplätze geben. Bistrotische sind gemäss Matthias Mächler auf der nach oben gelegenen Seite der Liegenschaft – in Richtung Herrenberg – geplant.

Definitiv nicht mehr unter den Bewerbern für den «Paragraph 11» ist der ehemalige Wirt des«La Finca», Enrique Jimenez, der schon länger einen neuen Standort sucht. Zeitweise wurde in Gastrokreisen gemunkelt, er sei als neuer Wirt für den «Paragraph 11» im Gespräch.

Sanierung im «Sternen»

Änderungen gibt es auch an der Herrengasse: Im Gasthof Sternen sind bald die letzten Gläser ausgetrunken. Noch bis im April des nächsten Jahres hat Wirtin Franziska Helbling das Zepter in der Hand, danach wird das historische Haus umfassend saniert. Was danach geschieht, ist gemäss dem Besitzer noch offen. Mög­licherweise bleibe es ein Restaurant, eventuell seien aber auch Mietwohnungen ein Thema. Im Haus sei einfach vieles sehr alt: Küche, Heizung, Kanalisation und Fassade des denkmal­geschützten Hauses – es stammt aus dem 17. Jahrhundert – müssen renoviert werden.

Für die Wirtin Franziska Helb­ling ist es ein harter Schlag: Sie könne den Entscheid zwar gut nachvollziehen, sagt sie auf Anfrage, doch sie hänge sehr an dem Lokal. Sie habe es immer mit Herzblut geführt. Es sei für sie fast so etwas wie ein Familientreff: Nicht zuletzt, weil schon ihre Mutter fünf Jahre lang im Restaurant wirtete. Ironischerweise fällt ihr letzter Arbeitstag genau wie damals bei ihrer Mutter auf den 19. April. Bis im Frühjahr werde sie noch ganz normal die Gäste bewirten – danach gönne sie sich eine Pause.

In der «ruhigsten Gasse»

Der «Sternen» sei stets gut ge­laufen, sagt Helbling. Lediglich im Sommer war es nicht immer einfach: «Die Herrengasse ist wohl die ruhigste Gasse in der ganzen Altstadt», sagt sie. Auch weil das Restaurant nicht am See liege, ziehe es in den Sommer­monaten nicht viele Gäste an.

Mit dem Restaurant in der Villa Aurum, das Ende Juni zuging, verlor die Rosenstadt überdies ihr letztes «Gault Millau»-Restaurant. Was nun mit dem Haus geschieht, ist gemäss Silvia Moser noch offen. Sie führte das Gourmetlokal zusammen mit Walter Merz, in dessen Besitz die Liegenschaft ist.

Nicht zuletzt gibt es nach 20 Jahren einen Pächterwechsel im Burg-Café am Hauptplatz. Die künftigen Wirte betreiben in Klosters und Davos drei Cafés unter dem Namen «Kaffee Klatsch». Das heutige Konzept eines Bistro-Cafés mit Speisen soll aber beibehalten werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.07.2017, 17:53 Uhr

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