Obersee

Schwyzer Sparkurs bedroht Oberseerundfahrt

Drei Schwyzer Gemeinden wollen eine zusätzliche Schiffsrundfahrt auf dem Obersee nicht mehr vollständig mitbezahlen. Ohne diese Finanzierung kann der Kurs jedoch nicht weitergeführt werden.

Bald könnte nur noch eine Rundfahrt auf dem Zürichsee stattfinden. Die Schwyzer Gemeinden wollen die Beiträge an den Kurs kürzen.

Bald könnte nur noch eine Rundfahrt auf dem Zürichsee stattfinden. Die Schwyzer Gemeinden wollen die Beiträge an den Kurs kürzen. Bild: Kurt Heuberger

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Nur vier Personen steigen im Durchschnitt in Altendorf auf das Rundfahrtschiff. Pro Fahrgast kostet dies die Gemeinde 32.50 Franken. Das wird unter anderem Altendorf jetzt zu teuer.

Seit 2012 bedienen auf dem See zwei statt nur ein Rundfahrtenschiff ab Zürich die Stationen Pfäffikon, Altendorf, Lachen, Schmerikon und Rapperswil. In der Hochsaison fährt das Schiff täglich, in der übrigen Sommersaison nur am Sonntag. Lange stand dieses Zusatzschiff auf der Wunschliste der Gemeinden. Nun wird es den Schwyzern zu teuer. «Wir wollen nach Möglichkeit am Angebot festhalten, weil es einen grossen touristischen Mehrwert für die gesamte Region bietet, jedoch nicht zu einem solch hohen Preis», meint der Altendörfler Gemeindeschreiber Roger Spieser. Der Kurs habe sich jedoch inzwischen etabliert und eine weitere Anschubfinanzierung sei nicht mehr nötig. Ähnlich tönt es auch aus den Gemeinden Lachen und Freienbach. Wie Recherchen der ZSZ zeigen, finanziert Altendorf das Angebot mit 19 500 Franken, Lachen mit 39 000 und Freienbach mit 91 000. Spieser ergänzt: «Wir haben uns nun entschlossen, diese Beiträge um die Hälfte zu reduzieren.»

St. Galler wollen zahlen

Auf der St. Galler Seeseite tönt es anders. Sowohl Schmerikon als auch Rapperswil-Jona wollen ihren Beitrag am touristisch wichtigen Schiff beibehalten. Schmerikon beteiligt sich mit 19 500 Franken, Rapperswil-Jona mit 90 000. Dass die St. Galler den Kurs weiterführen möchten, versteht auch der Freienbacher Gemeindepräsident Daniel Landolt: «Während in Freienbach im Schnitt 10 bis 15 Personen zusteigen, sind es in Schmerikon je nach Kurs 40 bis 90.» So stimme für seine Gemeinde das Kosten-Nutzen-Verhältnis einfach nicht. Landolt zeigt sich jedoch gesprächsbereit für Lösungen: «Würde der Kurs ganz wegfallen, hätten wir ab Pfäffikon nur noch eine tägliche Verbindung auf die Ufenau.»

Kurs nicht kostendeckend

Trotz der Unterstützung aus St. Gallen ist der Kurs gefährdet. Hans Dietrich, Direktor der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG), sagt: «Reduzieren die Schwyzer Gemeinden den Beitrag um die Hälfte, ist der Kurs nicht mehr kostendeckend.» Man suche deshalb aktuell nach einer Lösung. Laut Stefan Kaufmann, Sprecher des Zürcher Verkehrsverbundes, will man möglichst bald mit den betroffenen Gemeinden einen Gesprächstermin finden.

Ob auch andere Strecken auf dem Zürichsee pro Fahrgast so stark subventioniert werden, kann ZSG-Direktor Dietrich nicht sagen. Die Zürcher Gemeinden würden die Kurse mit dem normalen Beitrag an den Zürcher Verkehrsverbund mitfinanzieren. Für die St. Galler und Schwyzer Gemeinden musste ein separater Vertrag ausgearbeitet werden. Weil dieser Ende 2015 ausläuft, wird die Kosten-Nutzen-Frage jetzt zum Thema. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.04.2015, 12:12 Uhr

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