Rapperswil-Jona

SBB setzt Pendler beim Umsteigen unter Zeitdruck

Wer in Rapperswil umsteigen will, braucht als Bahnreisender künftig noch schnellere Beine. Richtung Linthgebiet bleibt für den Sprint durch die Unterführung nur wenig Zeit.

Wer auf Gleis 3 von Zürich her eintrifft, muss Richtung Linthgebiet zukünftig in zwei Minuten auf Gleis 5 gelangen.

Wer auf Gleis 3 von Zürich her eintrifft, muss Richtung Linthgebiet zukünftig in zwei Minuten auf Gleis 5 gelangen. Bild: Archiv Michael Trost

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Zwei Minuten müssen zum Umsteigen reichen. Das ist die Meinung der SBB. Wer ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember von Zürich mit der S5 am Bahnhof Rapperswil eintrifft, hat nur 120 Sekunden Zeit, bis die S6 Richtung Linthgebiet wieder abfährt. Heute hat man zwar auch nur so viel Zeit, muss aber nicht durch die Unterführung. Aktuell müssen die Pendler in entgegengesetzer Richtung – nach Zürich – die Unterführung benützen, haben dafür aber drei Minuten Zeit.

Dass die SBB nun die Anschlüsse tauschen und die Gleise der einzelnen Züge wechseln, stiess dem Kanton St. Gallen und den Gemeinden im Linthgebiet sauer auf. Einerseits, weil der perrongleiche Umstieg in beide Richtungen aus Kostengründen erst vergangenes Jahr abgeschafft wurde. Andererseits aber auch, weil Richtung Zürich alle 15 Minuten ein Anschluss besteht, Richtung Linthgebiet aber nur alle 30 Minuten. Wer also wegen der knappen Umsteigezeiten einen Zug verpasst, muss künftig länger warten.

Verhärtete Fronten

Daran änderte auch ein Gespräch zwischen Kanton, Gemeinden und SBB nichts mehr. Die SBB argumentierten laut einer Mitteilung mit einer höheren Betriebsstabilität. Der nun praktisch abgeschlossene Bahnhofumbau Rapperswil schaffe die Voraussetzung für schnellere, konfliktfreie Ein- und Ausfahrten, die man nun nutzen müsse. Die S6 Richtung Linthgebiet habe zudem eine längere Wartefrist als die S5 bei Verspätungen. Die S5 muss pünktlich abfahren können, um nicht zwischen Zürich Stadelhofen und Hardbrücke am Nadelöhr des Zürcher S-Bahn-Netztes Probleme zu verursachen. Die SBB rechnen mit bis zu zwei Minuten, welche die S6 in Rapperswil zu spät losfahren könnte, um Anschlussreisende abzuwarten.

«Für die Teilnehmer sind die Ausführungen aus technischer und betrieblicher Sicht nachvollziehbar», heisst es in der Mitteilung des Kantons St. Gallen. Verständnis habe man schon, sagt der Schmerkner Gemeindepräsident Félix Brunschwiler. «Aber wir zweifeln, dass zwei Minuten zum Umsteigen reichen.» Zudem bemängelt Brunschwiler, dass die Region nicht in die Planung miteinbezogen wurde. Patrick Ruggli, Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr St. Gallen, kann Brunschwilers Einwand nachvollziehen. Der Kanton St. Gallen will mit den Gemeinden im Gespräch bleiben und ein wachsames Auge darauf haben, wie die Anschlüsse funktionieren. Bereits im letzten Jahr musste der Kanton bei den SBB intervenieren, als reihenweise Anschlüsse Richtung Zürich nicht mehr klappten.

Langfristig perrongleich

Ruggli betont: Der Kanton St. Gallen wolle sich dafür einsetzen, dass der perrongleiche Umstieg mittelfristig wieder möglich wird. Die Südostbahn hat dafür ein Konzept vorgeschlagen, das ohne Infrastrukturanpassungen auskommt. Die Verhandlungen zwischen den beiden Bahnbetreibern dauern jedoch an. Neuigkeiten sind erst im Frühling 2018 zu erwarten.

Die Anpassungen ab dem Fahrplanwechsel am Bahnhof Rapperswil haben auch Folgen für den Bahnhof Jona. Dort verkehrt der Zug Richtung Zürich zukünftig wieder ab Gleis 2. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.11.2017, 17:13 Uhr

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