Rapperswil-Jona

Neustart mit dem Spital Männedorf – Schweigen zum Spital Linth

Die Permanence hat mit dem Spital Männedorf einen neuen Partner gefunden. Details zur Kooperation wurden an der Medienkonferenz keine bekannt. Nach der gescheiterten Zusammenarbeit mit dem Spital Linth bleiben viele Fragen offen.

Aufbruch in eine bessere Zukunft: Die Permanence Rapperswil-Jona möchte mit dem neuen Partner ihr Betriebskonzept «weiter aufbauen».

Aufbruch in eine bessere Zukunft: Die Permanence Rapperswil-Jona möchte mit dem neuen Partner ihr Betriebskonzept «weiter aufbauen». Bild: Manuela Matt

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Männedorf folgt auf Uznach: Nach dem Rückzug des Spitals Linth per Ende Juni geht die ­Permanence Rapperswil-Jona erneut eine Kooperation ein. «Das Spital Männedorf ist ein Partner, der uns entgegenkommt und den wir schon lange kennen», fasste Hannes Domeisen die Beziehung zum Zürcher Regionalspital zusammen. An einer Medienorientierung gab der ­Verwaltungsrat der Ärzteschaft Rappers­wil-Jona gemeinsam mit dem CEO des Spitals Männedorf, Stefan Metzker, am Donnerstag den Vertragsabschluss bekannt. Demnach unterstützt das Spital Männedorf die Permanence Rapperswil-Jona «personell wie finanziell».

Details gaben die Ver­ant­wort­lichen keine bekannt.Grund für die Suche nach einem neuen Partner ist die Kündigung des Vertrags durch das Spital Linth. Dieses hatte im April überraschend nach nur einem Jahr die Vertragsauflösung angekündigt. Der Grund: Das Defizit in der Höhe von 400 000 Franken war dem Spital Linth zu gross. Der Zwist zwischen der Ärzteschaft Rapperswil-Jona und dem Regionalspital verschärfte sich, als Letzteres wenig später die Eröffnung einer Physiodépendance sowie die Übernahme einer Uzner Hausarztpraxis ankündigte. Die Ärzteschaft forderte das Spital auf, ihre «Expansion» zu stoppen und sich nicht ins Geschäft der Hausärzte einzumischen – bisher ohne Resultat.

Vergangenheit ruhen lassen

Weder die angedrohten recht­lichen Schritte gegen das Spital Linth noch die möglicherweise schwierigen Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit kamen an der gestrigen Medienkonferenz zur Sprache. «Thema ist heute die Permanence», sagte Hannes Domeisen. «Der andere Aspekt betrifft eine Ärztegruppe, welche die Konkurrenz eines Staatsbetriebs gegenüber einem KMU thematisierte.» Mit dem KMU meinte Domeisen die lokalen medizischen Praxen, welche sich durch das Spital Linth konkurrenziert sahen. Das habe aber mit der Partnerschaft mit dem Spital Männedorf nichts zu tun.

Sie wollten die «Darstellungen» des Spitals Linth nicht kommentieren. «Wir haben einen Vertrag mit dem Spital Männedorf, der für uns jetzt positiv ist.» Zahlen kommentiere er grundsätzlich keine, sagte Hannes Dom­eisen. Auch keine Auskunft gab Domeisen zur Frage, welche anderen Spitäler noch für eine Kooperation zur Diskussion gestanden seien. Die Ärzteschaft sei heute einfach als Betreiberin der Permanence da, sagte Christoph Gsteiger, der den Verwaltungsrat der Ärzteschaft präsidiert. «Das hat damit nichts zu tun.» Die Notfallpraxis würde «im Grundzug» das Geschäftsmodell mit dem Spital Linth übernehmen. «Budgets und Zahlen legen wir jedoch keine offen.»

«Mit der Region verbunden»

Das Spital Männedorf sei schon lange mit der Region Rapperswil-Jona verbunden, sagte Dom­eisen, der im Zürcher Regionalspital als Belegarzt im Bereich HNO, Hals- und Gesichtschirurgie, arbeitet. «Gemeinsam können wir die Notfallpraxis in eine gute Zukunft führen.» Die Betreiber der Permanence seien froh, mit dem Spital Männedorf eine Institution gefunden zu haben, «die bei der Bevölkerung bereits einen guten Ruf hat». Zwischen der noch jungen Partnerschaft und seinem Engagement als Belegarzt bestehe kein Zusammenhang, versicherte Domeisen. «Ich habe persönlich keinen Profit von der Kooperation.» Von seiner Arbeit ennet der Kantonsgrenze wisse er aber, dass das Spital gute Qualität anbiete.

Auf die Frage, ob die Konditionen dieselben seien wie bei der Zusammenarbeit mit dem Spital Linth, gab es keine klare Antwort. Die Unterstützung des Spitals Männedorf helfe der Notfallpraxis, ihr «Betriebskonzept» weiter aufzubauen. Ob nun mit dem neuen Partner alles besser werde, wollte ein Journalist wissen. «Man muss einfach sehen, dass die Anfangskosten gross sind», erklärte Domeisen. Es gebe keine neue Praxis, die von Anfang an kostendeckend arbeiten könne. Die Zahlen würden sich im Rahmen der Erwartungen bewegen. «Wir gehen davon aus, dass sich die Praxis gut etablieren wird.» Am Abend kämen noch nicht so viele Patienten wie erwartet in die Praxis, dafür sei die Auslastung am Wochenende sehr hoch. «Zudem gewinnt die Praxis immer mehr Hausarztpatienten.»

Mehrkosten bezahlt Spital

Zur Frage, wie es um die Kostenübernahme von allfälligen Folgeuntersuchungen im Zürcher Regional­spital stehe, sagt Stefan Metzker: «Es kostet die Patienten aus dem Kanton St. Gallen nicht mehr, wenn sie sich im Spital Männedorf behandeln lassen. Denn das Spital Männedorf übernimmt seit Jahren die Differenz der kantonalen Baserate.» Hannes Domeisen erklärte, in welchem Spital ein Patient allfällige weitere Behandlungen in Anspruch nehme, sei Sache des Arztes und des Patienten. Domeisen sagte, er könne sich aber durchaus vorstellen, Patienten auch weiterhin ans Spital Linth zu verweisen. «Wir werden mit dem Spital Linth weiterhin ein freundschaftliches und kooperatives Verhältnis pflegen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 01.09.2017, 11:02 Uhr

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