Uznach

«Neubau des Linth-Parks war ein Leuchtturm-Projekt für die Gemeinde»

Der Verkauf des Linth-Parks führt zum Planungsstopp für den Neubau eines Einkaufs­zentrums. Gemeindepräsident Christian Holderegger (FDP) nimmt Stellung.

Christian Holderegger, Gemeindepräsident von Uznach.

Christian Holderegger, Gemeindepräsident von Uznach. Bild: Archiv David Baer

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Der Linth-Park wechseltseinen Besitzer. Was bedeutet das für die Gemeinde Uznach?
Christian Holderegger: In erster Linie sind wir froh, dass die Firma Vögele hierbleibt. Die Läden im Einkaufszentrum gibt es weiterhin und auch die Arbeitsplätze sind gesichert. Weil Vögele einen langjährigen Mietvertrag mit den neuen Besitzern abgeschlossen hat, wird sich in absehbarer Zeit also wenig ändern. Wir wurden von den Besitzern über den Verkauf informiert.

Die Immobilien und viel Land gehen von lokalen Besitzern in die Hände einer internationalen Firma. Wie beurteilen Sie diesen Schritt?
Ob der Linth-Park einem Investor oder der Vögele Holding gehört, ist für den Kunden im Einkaufszentrum nicht entscheidend. Für uns als Gemeinde ändert sich natür­lich, dass wir es nun nicht mehr mit einem lokalen Partner zu tun haben, sondern mit einer international tätigen Firma. Das verändert wohl etwas bei Gesprächen, aber wenn es um neue Bauten geht, gilt natürlich für alle das gleiche Baureglement.

Der Neubau des Linth-Parks ist nun vom Tisch. Es handelt sich beim Quartier aber um ein zentrales Entwicklungsgebiet der Gemeinde Uznach. Welche Folgen hat der Stopp der Neubau-Pläne?
Darüber kann ich mir noch kein abschliessendes Urteil bilden, der Verkauf ist ja erst vor einigen Tagen­ über die Bühne gegangen. Der angedachte Neubau war ein Leuchtturm-Projekt für die Gemeinde, das nun nicht mehr realisiert werden kann. Entsprechend wird das sicher Konsequenzen haben, auch weil die Entwicklung in dieser Gegend auf den Linth-Park ausgerichtet war. Wir sind zudem gespannt, was die Investoren auf dem übrigen Gelände planen. Nebst dem Linth-Park wurden ja auch weitere Grundstücke im Gebiet­ Burgerfeld verkauft.

Das Burgerfeld ist auch Teil von verschiedenen Verkehrsprojekten. Darunter auch der regionalen Verbindungsstrasse A53–Gaster. Können Sie hier die Folgen abschätzen?
Die Erschliessung des Gebietes wird es so oder so brauchen. Wir möchten ja nach wie vor in diesem Gebiet wichtige Arbeits­plätze ansiedeln und das Areal für publikumsintensive Zwecke nutzen. Ich denke, dass nun zuerst die Erschliessung entsteht­. Bisher gingen wir davon aus, dass zuerst der neue Linth-Park gebaut wird und dann die Verbindungsstrasse.

Beim Linth-Park war für die Stadtbahn Obersee eine sepa­rate Haltestelle geplant. Der Bund hat die Planung für die Stadtbahn in seiner Vernehmlassung nun zurückgestuft. Fällt für den Kanton jetzt ein Verhandlungsargument zur Priorisierung weg, wenn der neue Linth-Park nicht gebaut wird?
Nein. Der Planungshorizont für die Stadtbahn ist langfristig und das konkrete Projekt ohnehin noch in weiter Ferne. Aber es gilt bei der Bahn das Gleiche wie bei der Verbindungsstrasse: Das Quartier Burgerfeld soll wachsen und sich entwickeln, ­dafür braucht es eine bessere Erschlies­sung. Wir haben nun ein­fach etwas mehr Zeit, uns bei der Arealentwicklung auf die kom­menden Herausforderungen einzustellen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.11.2017, 09:18 Uhr

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