Uznach

Illegaler Medikamentenhandel

Ein aus dem Linthgebiet stammender Apotheker hat ohne Bewilligung mit grossen Mengen Arzneimittel gehandelt. Dafür musste sich der Mann am Dienstag vor dem Kreisgericht Uznach verantworten.

Ein aus dem Linthgebiet stammender Apotheker hat ohne Bewilligung mit grossen Mengen Arzneimittel gehandelt. Dafür musste sich der Mann am Dienstag vor dem Kreisgericht Uznach verantworten.

Ein aus dem Linthgebiet stammender Apotheker hat ohne Bewilligung mit grossen Mengen Arzneimittel gehandelt. Dafür musste sich der Mann am Dienstag vor dem Kreisgericht Uznach verantworten. Bild: Keystone

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Will hierzulande ein Apotheker im grösseren Umfang mit Arzneimitteln handeln, muss er dafür bei Swissmedic, dem Schweizerischen Heilmittelinstitut, eine Grosshandelsbewilligung beantragen. Eben dies hat ein Apotheker aus der Region See-Gaster aber versäumt. In den Jahren 2010 bis 2013 soll er wider besseren Wissens ohne die dafür erforderliche Bewilligung mit Arzneimitteln gehandelt haben. Zudem soll er seine Sorgfaltspflicht verletzt haben, indem er Arzneimittel an einen Arzt lieferte, obwohl dieser nicht über die zur Abgabe von Medikamenten erforderliche Berechtigung verfügte. Am Dienstag musste sich der Pharmazeut nun hierfür vor dem Kreisgericht See-Gaster verantworten.

An viele Einzelheiten konnte sich der Beschuldigte nur vage oder gar nicht mehr erinnern. Dementsprechend viele Fragen des Kreisrichters blieben am Dienstag unbeantwortet. So konnte es der Angeklagte sich und den anwesenden Rechtsvertretern nur schwer erklären, weshalb er die mehrfache Aufforderung seitens der Swissmedic seine Bewilligung zu erneuern unbeantwortet liess. Oder weshalb er davon ausging, dass eine auf seine aufgelöste Einzelfirma ausgestellte Zulassung für ihn als Apotheker immer noch gültig sei.

Gewinnrückgabe gefordert

Für den anwesenden Rechtsvertreter der Verfahrensführerin Swissmedic indes war klar, ein Apotheker, mit einer derart langen Berufserfahrung weiss, welche Bewilligung für den gewerbsmässigen Grosshandel von Nöten ist. Zumal der Beschuldigte seit 1987 immer wieder über eine Solche verfügt hat. Swissmedic unterstellte dem beschuldigten Pharmazeuten zudem Vorsatz bei seinen Taten. Habe er doch im Jahr 2008 eine Weiterbildung besucht, welche sich detailliert mit den Rechtsgrundlagen, Bewilligungen und Pflichten für den Grosshandel mit Arzneimittel befasst habe. Schwer wog für den Rechtsvertreter zudem die Tatsache, dass der Beschuldigte auch nach einer Hausdurchsuchung und dem Einleiten einer Strafuntersuchung gegen ihn weiter grosse Medikamentenlieferungen gemacht hat.

Als fahrlässig wurde indes die Tatsache bezeichnet, dass der Beschuldigte während all den Jahren nie überprüft hatte, ob die von ihm belieferten Ärzte tatsächlich befugt waren eine Privatapotheke zu führen. Swissmedic fordert, dem Beschuldigten sei für beide Vergehen eine Busse von insgesamt 13 500 Franken aufzuerlegen. Des Weiteren forderte sie die Rückzahlung des geschätzten Gewinns, welcher der Apotheker mit den widerrechtlichen Handlungen erzielt hat. Rund 40 900 dürften dies nach Berechnungen von Swissmedic gewesen sein.

Nicht aus Geldgier gehandelt

Im Grossen und Ganzen anerkannte der Verteidiger des Pharmazeuten das Verschulden seines Mandanten, bestritt jedoch vehement den Vorsatz. «Die Vorschriften ändern sich dauernd. Irgendein Gesetz verletzt man immer», hielt er fest. Sein Mandant sei schliesslich kein Jurist, weshalb man ihm auch kein vorsätzliches Widerhandeln vorwerfen könne. Vom vorsitzenden Richter verlangte der Rechtsanwalt in der Folge gesundes Augenmass. Sein Mandant habe als Dienstleister gehandelt. «Er wollte einfach nur seinen Job machen.» Weder habe er dies aus Geldgier getan, noch sei jemals irgendwer durch sein Handeln gefährdet gewesen.

Auch für die Tatsache, dass sein Mandant sich zu keinem Zeitpunkt darüber vergewisserte, ob seine Handelspartner über die notwendigen Zulassungen verfügten, hatte der Verteidiger eine Erklärung. Die Kunden des Beschuldigten seien allesamt Bekanntschaften, die sich über Jahre gehalten hätten. In so einem Umfeld frage man schlicht nicht nach einer Bewilligung. «Es ist unfein, seine Freunde mit so etwas zu konfrontieren.»

Der Verteidiger forderte, sein Mandant sei aufgrund der genannten Umstände milde zu bestrafen. Eine Busse von 2000 Franken erschien ihm hierfür gerechtfertigt. Zudem forderte er, die Gewinnrückzahlung sei auf fünfzig Prozent zu reduzieren.

Das Urteil des Kreisgerichts wird den Parteien in den kommenden Wochen schriftlich eröffnet. ()

Erstellt: 26.06.2018, 21:48 Uhr

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