Rapperswil-Jona 

«Ich bin von Natur aus ein fröhlicher Mensch»

Die Pfäffiker Schlagersängerin Beatrice Egli tritt am kommenden Samstag in Rapperswil auf. Es ist das erste Heimspiel seit Monaten.

Beatrice Egli feiert momentan einen Erfolg nach dem anderen.

Beatrice Egli feiert momentan einen Erfolg nach dem anderen. Bild: André Springer

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Sie spielen wieder einmal ein Konzert in Ihrer Heimatregion, das muss für Sie eine grosse Freude sein?

Ich freue mich riesig, in meiner Heimat aufzutreten. Es ist das erste Konzert seit langem in der Region. Und das direkt nach meiner ersten Samstagsabendshow im Fernsehen. Ich bin am Tag zuvor in München und zeichne die Show auf, die am 4. Juli in ARD und SRF ausgestrahlt wird, dann geht es direkt nach Hause.

Das ist speziell, dann können Sie auch wieder einmal zu Hause übernachten?

Vor dem Konzert leider nicht, aber danach. Vorher ist es schwierig, weil wir mit der ganzen Band im Bus direkt von München nach Rapperswil fahren. Wir freuen uns alle sehr, nach einer Pause mit Liveauftritten wieder auf der Konzertbühne zu stehen.

Der Konzertabend ist ein Charity-Anlass. Der Erlös kommt dem Rotary-Projekt gegen Kinderlähmung zugute. Wie wichtig ist Ihnen ein solches Engagement?

Ich glaube, Kinderlähmung ist ein Thema, das man nicht ausschliessen kann aus einer Gesellschaft. Es ist wichtig, manchmal einfach Aufmerksamkeit zu erzeugen. So kann man vieles erreichen. Die Besucher spenden und erhalten dafür ein Rundumpaket. Jeder, der an diesem Abend etwas Gutes beiträgt, darf wunderbare Musik hören. Nebst mir treten ja auch Marina Oertig und die Einsiedler Let’s go Big Band auf.

Sie sind an einem solchen Abend Botschafterin einer guten Sache. Was können Sie selber dazu beitragen – verzichten Sie auf die Gage?

Das Gute ist, dass ich mittlerweile einen Namen habe, über den man schreibt und spricht. So erzeugt man automatisch Aufmerksamkeit. Es ist ein grosses Privileg, welches ich zum Glück hier nutzen kann. Meine Familie und ich sind rundum gesund, das ist nicht selbstverständlich. Umso mehr glaube ich, dass ich hier in der Pflicht stehe und etwas dazu beitrage.

Was heisst das nun konkret?

Tue Gutes und sprich nicht darüber.

Kommen wir zurück auf Ihre Heimat Pfäffikon. Das hat in Ihrer Karriere eine grosse Rolle gespielt und wurde bei DSDS auch oft thematisiert. Wie fest werden Sie heute noch auf die Castingshow und ihre Mutter mit den Pouletbrüstli «Beatrice» reduziert?

Obwohl nur zwei Jahre vergangen sind, konnte ich mich als Künstlerin etablieren. Mittlerweile bin ich nicht mehr nur DSDS-Gewinnerin, sondern die Sängerin Beatrice Egli. Das ist ein schöner Moment, hat aber auch viel damit zu tun, dass Sender wie ARD oder SRF an mich glauben und mir mit Fernsehsendungen ermöglichen, mich weiter zu etablieren. Die Kunst war es, dass das Publikum mit mir von DSDS einen Schritt weitergeht. Es ist ein Glück, dass ich so treue Fans habe.

Wie fest spielen Pfäffikon und die Zürichsee-Region heute noch eine Rolle? Die Marke Beatrice Egli hat damit wohl nicht mehr viel zu tun?

Ich bin und bleibe eine Höfnerin. Seit 26 Jahren ist das meine Heimat, und das hat, gemeinsam mit meiner Familie, dazu beigetragen, wer ich heute bin. Es ist mein Kraftort, an dem ich Energie tanke, um das grosse Pensum zu schaffen und die Leute immer von Neuem zu begeistern.

Ist es auch Rückzugsort für Sie, vom Stress und dem Immerfröhlichsein, das ja zum Schlagerbusiness dazugehört ...

Ich glaube nicht, dass das zum Schlagerbusiness gehört. Ich bin von Natur aus ein fröhlicher Mensch. Wenn man das liebt, was man tut, dann kann man glücklich sein. Dass man dennoch an einem Morgen den Wecker aus dem Fenster schmeissen will, gehört bei allen dazu. Pfäffikon ist mein Rückzugsort. Ich bin dort auch nicht der Star, sondern gehe ganz normal einkaufen und so weiter. Das war schon immer so und hat sich nicht verändert, das schätze ich sehr.

Sie sagten, Sie seien so fröhlich. In welchen Momenten müssen Sie dennoch etwas aufsetzen, weil das Publikum die Fröhlichkeit erwartet?

Ich habe die grössten Erwartungen an mich selber. Ich kann mit voller Überzeugung sagen: Sobald ich auf der Bühne stehe, ist es das schönste Gefühl, das es gibt. Da muss ich nichts spielen.

Ihre Karriere war vor DSDS ein Auf und Ab. Jetzt planen Sie schon die Tour 2016. Gibt das Sicherheit?

Sicherheit gibt es nie. Das ist auch ganz wichtig und gibt mir Antrieb. Es sind 30 Konzerte in 5 Ländern, auf die ich mich sehr freue.

Sie glauben aber schon an eine längerfristige Karriere? Die Trennung von Dieter Bohlen war ja ein Moment, der ...

Ja. Ich war sehr nervös beim dritten Album, das ohne Dieter produziert wurde. Kann ich anschliessen an den Erfolg? Umso glücklicher bin ich, dass ich auch Gold feiern darf mit dem Album «Bis hierher und viel weiter». Gleichzeitig braucht es immer wieder neue Wege, um das Publikum von Neuem zu erobern.

Man kann auch sagen: Sie sind Albumkünstlerin geworden. Die letzte Single ist zwar in den Charts gelandet, aber nicht allzu weit vorne.

Darauf bin ich sehr stolz, auch auf mein Team. Alben zu verkaufen, ist schwieriger, und es ist schön, dass alle 17 Lieder gekauft und gehört werden. Das ist das Schöne auf der Tournee, wenn das Publikum alle Lieder kennt.

Konzert am Samstag, 20. Juni, Diners-Club-Arena, Rapperswil. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.06.2015, 16:07 Uhr

Zur Person

Zur Person
Beatrice Egli (26) wuchs in Pfäffikon auf. 2007 gewann sie mit Lys Assia den Schweizer Vorentscheid des «Grand Prix der Volksmusik». 2013 wurde sie Siegerin der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) und schaffte den Karrieredurchbruch. Sie wurde mit dem deutschen Musikpreis «Echo» und einem Swiss Music Award ausgezeichnet.

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