Benken

Hanffeld zerstört und mit fremden Samen sabotiert

Vor rund einer Woche wurden auf einem Feld in Benken 4000 Hanfpflanzen zerstört – ein Millionenschaden. Der Besitzer vermutet die Konkurrenz hinter der Tat.

Rund eine Hektare Feld mit Hanfpflanzen wurden vor rund einer Woche in Benken zerstört.

Rund eine Hektare Feld mit Hanfpflanzen wurden vor rund einer Woche in Benken zerstört. Bild: Kantonspolizei St. Gallen

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«Es wurden über 4000 Hanfpflanzen ausgerissen und auf der Erde liegen gelassen», sagt Besitzer Tony Peruzzo von der CBD-Produktionsfirma Tell Hemp am Donnerstag zu 20 Minuten. Seit diesem Jahr hat sein Unternehmen in Benken rund drei Hektare Feld für den Anbau von CBD-Hanf gemietet. Nun wurde vor rund einer Woche ein Drittel des Anbaus böswillig zerstört.

Damit nicht genug: Die Unbekannten haben auch andere Hanfsamen gestreut. «Die daraus entstehenden männlichen Hanfpflanzen machen dann den Bestand der weiblichen Pflanzen unbrauchbar», so Peruzzo weiter. Wenn die weiblichen Pflanzen nämlich befruchtet werden, wird deren Blüte voller Samen und ist somit für die Produktion nicht mehr brauchbar.

Vorwürfe gehen an die Konkurrenz

Für das Unternehmen bedeutet der Sabotageakt einen riesigen Verlust: Aus den über 4000 Hanfpflanzen wäre ein Ertrag von 1600 Kilogramm Hanfblüten gewachsen. «Das bedeutet für uns einen Schaden von rund 1,3 Millionen Franken», so Peruzzo. Zuerst habe er vermutet, dass ein Hanfgegner hinter der Tat steckt. Doch als die neuen Pflanzen wuchsen, sei für ihn klar gewesen: «Dahinter steckt die Konkurrenz.»

Für den Besitzer des Feldes ist ein riesiger Verlust entstanden. Bild: Kantonspolizei St. Gallen

Denn die Hanfsamen, die nicht jedermann einfach so erwerben könne, seien auf einer ganzen Hektare gestreut worden. «An so eine grosse Menge Samen kommt nur jemand aus der Branche.» Peruzzo vermutet, dass der Pächter der Vorjahre – ebenfalls ein CBD-Produzent – für die Tat verantwortlich ist.

Konkurrenz bestreit Vorwürfe vehement

Auf Anfrage von 20 Minuten bestreitet dieser die Vorwürfe vehement: «So etwas haben wir ganz sicher nicht nötig», sagt Jakob Beglinger vom beschuldigten Unternehmen. Das Geschäft laufe gut und um der Konkurrenz entgegenzuwirken, würde das Unternehmen etwa die eigenen Preise senken, aber sicherlich nicht die Felder von Mitbewerbern manipulieren. Beglinger vermutet vielmehr einen Schulbubenstreich: «Die wollten vielleicht richtiges Gras anpflanzen und haben gedacht, in diesen Feldern würde das nicht auffallen.»

10'000 Fr Belohnung ausgesetzt

Die Firma Tell Hemp hat Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Kantonspolizei bestätigt das: «Unsere Ermittlungen laufen», sagt Kapo-Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Genaueres könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Die Aufklärung des Falls will Peruzzo auf jeden Fall nun vortreiben: «Für jeden sachdienlichen Hinweis, der zur Aufklärung des Falls beiträgt, setzen wir eine Belohnung von 10'000 Franken aus.»

(Übernommen von 20 Minuten) (lad)

Erstellt: 13.07.2018, 09:50 Uhr

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