Gommiswald

Gemeinde stützt umstrittenen Schulleiter – CVP ist enttäuscht

Gleichzeitig Primarschulleiter und Gründer einer Privatschule zu sein, eine Tatsache die für die CVP nicht geht. Gemeinde- und Schulrat hingegen sehen in diesem Doppelmandat keinen Interessenkonflikt.

Der Schulleiter der Primarschule Gommiswald betreibt parallel zu seiner Tätigkeit noch eine eigene Privatschule. Die Gommiswalder Behörden sehen darin keinen Interessenkonflikt.

Der Schulleiter der Primarschule Gommiswald betreibt parallel zu seiner Tätigkeit noch eine eigene Privatschule. Die Gommiswalder Behörden sehen darin keinen Interessenkonflikt. Bild: (Symbolbild)/Keystone

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Der Schulleiter der Primarschule Gommiswald hat parallel zu seiner Tätigkeit eine Privatschule gegründet. Für die CVP Gommiswald eine «sonderbare Situation», die aufgeklärt gehört. Mittels offenem Brief wollte die Ortspartei darum vom Schulrat wissen, ob dieser die Nebenbeschäftigung von Schulleiter Roger Häubi bewilligt habe. Nun haben sich Gemeindepräsident und Schulratspräsidentin in einer schriftlichen Antwort erklärt. Sie stärken dem in die Kritik geratenen Schulleiter den Rücken.

Roger Häubi habe das Schulpräsidium bereits im Oktober 2017 über seine Nebenbeschäftigung informiert. Kurz darauf seien sowohl der Schulrat als auch der Gemeinderat über das Engagement in Kenntnis gesetzt worden, schreiben die beiden Präsidenten in ihrer Stellungnahme, die der ZSZ vorliegt. Aus dem Antwortschreiben geht zudem hervor, dass Schulpräsidentin Brigitte Signer Pfenninger es war, die die Nebenbeschäftigung von Schulleiter Häubi bewilligte.

Eine Tatsache, die die CVP nicht nachvollziehen kann. «Gemäss dem Schulleiterreglement wählt der Schulrat den Schulleiter», schreibt die Partei in einer Stellungnahme. Es müsse davon ausgegangen werden, dass zur Wahlzuständigkeit auch die Festlegung eines Pensums, respektive im Fall einer Nebenbeschäftigung die entsprechende Zustimmung, in der Kompetenz der Wahlbehörde liege. Dem sei nicht so, hält Brigitte Signer Pfenninger dagegen. «Als Schulratspräsidentin bin ich für Personalangelegenheiten, welche die Schulleiter betreffen verantwortlich.» Das sei in der Gemeindeordnung auch entsprechend festgehalten.

Überarbeitete Webseite

Ein weiterer Dorn im Auge der CVP: Häubis Privatschule mit dem Namen Lernraum bringe die öffentliche Schule in Misskredit. Tatsächlich hiess es auf der Webseite der Schule kürzlich etwa noch: Das Angebot richte sich an Mädchen und Knaben, «die Lehrpersonen suchen, die auch nach mehrmaligem Fragen geduldig erklären», oder «die ihr Potenzial in der öffentlichen Schule nicht ausschöpfen können.»

Während Gemeinde- und Schulrat nicht der Meinung sind, dass diese Aussagen einer Abwertung der öffentlichen Schule gleichkomme, wurde die Webseite der Privatschule in der Zwischenzeit vollständig überarbeitet. Wie Roger Häubi auf Nachfrage erklärt, habe die Überarbeitung des Onlineauftritts jedoch nichts mit dem offenen Brief der CVP zu tun. «Die neue Webseite war seit langem geplant.»

Augenfällig ist jedoch, dass nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Werbetexte angepasst wurden. «Natürlich sind wir nach der ganzen Aufregung noch einmal über die Bücher», gesteht Häubi. Möglicherweise seien die Texte etwas plakativ formuliert gewesen, konstatiert er. «Es ging uns aber nie darum die öffentliche Schule zu diffamieren.»

Für die CVP bleibt die Situation trotz aller Erklärungsversuche unbefriedigend. Für den Moment habe man den Handlungsspielraum aber ausgeschöpft. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.05.2018, 17:18 Uhr

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