Rapperswil-Jona

Einsprachen drängen Pop-Up-Lokal nach Jona

Gegen das geplante Pop-Up-Lokal «Craft Bier» sind fünf Einsprachen eingegangen. Um dennoch Ende März eröffnen zu können, verlegen die Betreiber das Lokal vom Fischmarktplatz in die Stall Bar nach Jona. Tourismuschef Simon Elsener ortet das Problem in der hohen Pop-Up-Dichte.

In der Stall Bar am Bahnhof Jona wird vorübergehend das Pop-Up-Lokal «Craft Bier» einziehen. Ursprünglich war es im ehemaligen Circus Museum vorgesehen.

In der Stall Bar am Bahnhof Jona wird vorübergehend das Pop-Up-Lokal «Craft Bier» einziehen. Ursprünglich war es im ehemaligen Circus Museum vorgesehen. Bild: pd

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Das Bier ist gebraut, die Bar gezimmert, der Koch bestellt. Eigentlich könnten Nico Brunner und sein Team von der Joner Stall Bar mit ihrem «Craft Bier» Pop-Up sofort loslegen. Wie Rapperwil Zürichsee Tourismus am frühen Dienstagabend jedoch mitteilt, kommt es zu einem kurzfristigen Wechsel der Location. Statt im ehemaligen Circus Museum am Fischmarktplatz wird das Restaurant auf Zeit in die Stall Bar unmittelbar beim Bahnhof Jona verlegt. Der Grund: Gegen das geplante temporäre Lokal sind fünf Einsprachen eingegangen. Dadurch sei eine pünktliche Eröffnung am 29. März nicht mehr realistisch.

Die Rekurrenten, darunter auch die Vereinigung «Gastliche Altstadt Rapperswil», führten vor allem eine Ungleichbehandlung der lokalen Player ins Feld, wie Bauchef Thomas Furrer (parteilos) erklärt. Ausserdem befürchteten einige zusätzliche Lärmemissionen. «Im Sinne einer belebten Altstadt sind diese Einsprachen äusserst bedauerlich.»

Simon Elsener, Präsident von Rapperswil Zürichsee Tourismus, ist überrascht, dass das Craft-Bier-Pop-Up am Fischmarktplatz nun zu Fall gebracht worden ist. «Wir haben den Prozess unterschätzt», gibt er zu. Auslöser für die Einsprachen war gemäss Elseners Einschätzung die hohe Pop-Up Dichte. So waren am Fischmarktplatz innert eines halben Jahres gleich drei temporäre Lokale eingeplant. «Das hat die Leute wohl ein wenig verschreckt.»

Im Anschluss an das Craft-Bier-Projekt soll das Restaurant Himmapan in Zusammenarbeit mit dem Blues’n’Jazz ein temporäres Gastro-Angebot kreieren. Das Restaurant der Familie Knie war bereits letzten Sommer im ehemaligen Circus Museum untergekommen. Damals wurde keine Baubewilligung für die Umnutzung eingeholt, was nun dem Craft-Bier Pop-Up zum Verhängnis wurde. Elsener hofft, im Dialog mit den Einsprechern, die Einwände aus der Welt zu schaffen, damit das Himmapan rechtzeitig im Juni einziehen kann.

Dem Pop-Up-Konzept stehe man weiterhin positiv gegenüber, denn damit könne zusätzliches Publikum nach Rapperswil-Jona geholt werden. Es sei eine Ergänzung und keine Konkurrenz zum bestehenden Angebot. Dennoch: Ein drittes Pop-Up, das ebenfalls bereits in Planung war, ist bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Kein Groll gegen Einsprecher

Pop-Up-Mitorganisator und Stall Bar Besitzer Nico Brunner zeigt sich über die neusten Entwicklungen enttäuscht. «Es ist extrem schade, dass wir das Projekt nicht so umsetzen können, wie wir es uns gewünscht haben. Unser Ziel war es, die Seepromenade zu beleben.» Der Standort am zentral gelegenen Fischmarktplatz sei mehr als reizvoll gewesen. «An dieser Lage hätten wir auch auswärtige Besucher auf uns aufmerksam machen können.» Das falle jetzt natürlich weg.

Groll hegen auf die Rekurrenten mag er indes nicht. «Es ist nicht überraschend, dass etwas Neues bei Herr und Frau Schweizer Angst und Misstrauen schürt.» Brunner zeigt sich überzeugt: «Hätten wir mehr Zeit gehabt, dann hätten wir mit den Einsprechern bestimmt einen Kompromiss gefunden.» Umso ärgerlicher sei es, dass die Stadt erst vor rund einem Monat darüber informiert habe, dass für das Pop-Up eine Baubewilligung eingeholt werden müsse.

In den letzten drei Monaten hätten er und sein Team viel Zeit und Mühe in die Vorbereitungen für das Pop-Up am See investiert, sagt Brunner. So habe er etwa selber eine Bar gezimmert und auch die Möbel seien extra für dieses Projekt geschreinert worden. In der Stall Bar hat Brunner vorderhand keine Verwendung für diese Gegenstände. Dennoch bleibt er positiv: «Irgendwann wird es sicher einen Anlass geben, an dem das Mobiliar zum Einsatz kommt.»

Das Konzept bleibt bestehen

Wichtig sei vorderhand, dass extra für das Projekt gebraute Craft Bier trotz allem an den Mann und die Frau zu bringen. Deshalb hat sich Brunner entschieden aus der Not eine Tugend zu machen und das Pop-Up in der eigenen Bar zu realisieren. «Das Konzept bleibt das gleiche. Das Restaurant Fork and Bottle aus Zürich wird vor Ort frische Köstlichkeiten zubereiten und auch für Live-Musik ist gesorgt.» Anstatt bis Ende Mai, wie ursprünglich geplant, wird das Craft-Bier-Pop-Up aber nur bis Mitte April bestehen. Dann nämlich startet die offizielle Saison der Stall Bar. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.03.2018, 18:40 Uhr

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