Rapperswil-Jona

Eine Unterführung für die Frösche

Der Strassenbelag der Tägernaustrasse muss auf zwei Teilstrecken erneuert werden. Die Sanierung wird gleichzeitig genutzt, um ein neues Leitsystem für Amphibien anzubringen.

Auf diesen beiden Abschnitten wird saniert – und etwas für den Amphibienschutz getan. Für weitere Infos bitte die Fähnchen anklicken.


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An der Tägernaustrasse in Rapperswil-Jona müssen ab nächster Woche insgesamt rund 600 Meter Strassenbelag saniert werden. Zwei Teilstrecken seien in einem schlechten Zustand und müssten erneuert werden, schreibt Hansjörg Goldener, Stadtschreiber von Rapperswil-Jona, in einer Medienmitteilung. Während der gesamten Bauzeit zwischen dem 10. Juli und dem 21. Juli wird die Strasse für den Verkehr gesperrt. Damit die Zufahrt für Anwohner dennoch gewährleistet werden kann, erfolgt die Sanierung der beiden Teilstrecken in zwei Etappen.

Bei der Belagssanierung des Teilbereichs Ost, zwischen Tä­gernaustrasse 135 und dem Lattenbach, werden zudem zwei Durchgänge für die jährlichen Froschwanderungen angebracht. Im Frühjahr wandern regelmässig Amphibien zum Flachmoor südlich der Tägernaustrasse und müssen diese dabei queren.

«Dank den beiden Froschdurchlässen sind während der Froschwanderungen zukünftig im Frühling keine temporären, nächtlichen Strassensperrungen mehr notwendig», schreibt die Stadt. Bisher wurde die Täger­naustrasse zwischen Februar und März regelmässig gesperrt. Die Frösche wurden in Eimern gesammelt und über die Strasse gebracht.

Amphibienzug lenken

Bisher hatte Anwohner Erwin Reichenbach die gesammelten Frösche über die Strasse getragen. In froschreichen Jahren sei er bis zu dreimal pro Nacht ausgerückt, um die Eimer zu leeren. Dies wird nun in Zukunft nicht mehr nötig sein. Dafür sei er weiterhin zuständig, das Flachmoor mittels Brettern aufzustauen, und werde beim Anbringen der grünen Amphibienzäune mithelfen.

In Spitzenzeiten habe man bis zu 3500 Amphibien pro Jahr gezählt, die ins aufgestaute Flachmoor in der Tägernau wandern, sagt Peter Lanz, Umweltbeauftragter von Rapperswil-Jona. Hauptsächlich Grasfröschen diene das Moor als Laichgewässer, aber auch einigen Molchen und Kröten. Die Durchgänge an der Tägernaustrassse würden nun an einer Stelle gebaut, wo erfahrungsgemäss besonders viele Frösche die Strasse zu überqueren versuchten, erklärt Lanz. Dennoch müssten die Amphibien nach wie vor mit Amphibienzäunen zu den Durchgängen geleitet werden.

Froschfreundlicher Tunnel

Ein Amphibientunnel müsse gewissen Anforderungen genügen, damit die Frösche diesen auch benutzten, sagt Lanz. Wichtige Aspekte seien ein ausreichender Lichteinfall und grosszügige Dimensionen. Ausserdem sollte sich kein stehendes Wasser oder übermässiger Staub bilden können. Die Oberfläche müsse möglichst glatt sein, da Amphibien eine empfindliche Haut hätten. Die Wahl des optimalen Systems sei stets auch abhängig von der landschaftlichen Situation.

An der Tägernaustrasse habe man sich, in Rücksprache mit einem Amphibienspezialisten, letztlich für ein oberflächennah verlegtes System entschieden. Die vorgefertigten Elemente werden in die Strasse eingelassen und lassen viel Licht durch die perforierte Decke. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.07.2017, 20:43 Uhr

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