Rapperswil-Jona

Ein Rücktritt, aber noch kein Abschied

Obwohl er seinen Job liebt, hat Thomas Rüegg am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Um mehr Zeit für Frau und Hobbys zu haben, gibt der Stadtrat und Schulpräsident sein Amt per Mitte Oktober 2019 ab.

Nach über elf Jahren gibt Thomas Rüegg das Amt des Schulpräsidenten von Rapperswil-Jona per Mitte Oktober 2019 ab.

Nach über elf Jahren gibt Thomas Rüegg das Amt des Schulpräsidenten von Rapperswil-Jona per Mitte Oktober 2019 ab. Bild: Moritz Hager

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Thomas Rüegg (FDP) ist das, was man ein politisches Urgestein nennt. Seit über 20 Jahren engagiert sich der selbst ernannte Menschenfreund im Bildungswesen der Region. Und auch wenn ihm sein Job als Stadtrat und Schulpräsident noch immer viel Freude macht, soll 2019 Schluss sein. Am Donnerstag gab Rüegg seinen Rücktritt per Mitte Oktober 2019 bekannt.

Der Grund ­dafür ist simpel: «Ende dieses Jahres feiere ich meinen 65. Geburtstag und erreiche damit das ordentliche Pensionsalter.» Es sei ihm ein grosses Anliegen, die Amtsübergabe gut zu koordinieren. Daher auch die frühe Ankündigung seines Rücktritts.

Rüegg amtete bereits vor der Fusion als Primarschulpräsident in Jona. Seit 2007 ist er vollamtlicher Stadtrat und Schulpräsident von Rapperswil-Jona. Zudem übt der 64-Jährige zahlreiche weitere Mandate im Auftrag der Stadt beziehungsweise der Schule aus. So wirkt Rüegg etwa auch im Stiftungsrat der Rajovita oder dem Verwaltungsrat des Pflegezentrums Linthgebiet. «An drei von vier Abenden bin ich verplant», bringt es der FDP-Politiker auf den Punkt. Seine Frau hingegen geniesse bereits seit einem Jahr die Freiheiten des Rentnerlebens. Nicht erstaunlich also, wünscht sich auch der Homo politicus mehr Zeit.

Wird der Stapi Kantonsrat?

Konkrete Pläne für die Zeit nach dem Rücktritt hat Thomas Rüegg noch nicht. «Ich möchte mich nicht verplanen lassen.» Ideen, was er mit der wiedergewonnen Freiheit alles anfangen könnte, hat er aber reichlich. «Ich bin ­leidenschaftlich gerne auf dem Wasser unterwegs.» Daher könne er sich gut vorstellen, einmal eine längere Zeit auf einem Containerfrachtschiff zu verbringen. Ausserdem sehe er sich schon heute gerne auf Youtube Food-Tutorials an. Künftig dürfte auch einmal die Zeit bleiben, das eine oder andere in die Tat umzu­setzen.

Nur seinen Hobbys frönen wird der studierte Pädagoge und Psychologe aber nicht. Seine Tätigkeit im Hochschulrat der Pädagogischen Hochschule St. Gallen will er auch künftig beibehalten. Und was wird mit seinem Kantonsratssitz? Im Jahr 2014 rückte Rüegg für Marie-Theres Huser in den St. Galler Kantonsrat nach. «Ich werde mich demnächst mit meiner Partei besprechen, wie wir weitertun», sagt Rüegg, verheimlicht dabei aber nicht, dass er auch dieses Amt gerne weitergeben würde. Für ihn nachrücken würde dann Stadtpräsident Martin Stöckling.

Erster Wahlgang im März

Trotz des angekündigten Rücktritts brennt Rüegg nach wie vor für seinen Job. «Ich habe bei all meinen Aufgaben immer mit Menschen zu tun. Sei das mit Kindern, Eltern oder Senioren.» Gerade diese Tatsache mache seine Arbeit so spannend. Zudem schätze er die Gestaltungsmöglichkeiten, die ihm als Politiker in der noch jungen Stadt Rapperswil-Jona geboten werden. Aus seinen Aussagen wird deutlich spürbar, Rüegg will auch in seinem letzten Amtsjahr nochmals Vollgas geben.

Eine Bilanz ziehen mag er darum eigentlich noch nicht. Für die Medien, zu denen er während all der Jahre im Amt stets einen guten Kontakt pflegte, wagt er dann aber trotzdem schon mal einen Blick zurück. Neben vielem Schönen habe es sicherlich auch die eine oder andere schwierige Situation gegeben. Dazu gehört für Rüegg auch das Ende der letzten Legislaturperiode. «Das Gezerre um den Stadtrat und vor allem um den damaligen Stadtpräsidenten Erich Zoller war auch emotional sehr herausfordernd.»

Wer dereinst in die grossen Fussstapfen von Thomas Rüegg treten wird, wird sich im Frühjahr klären. Ein erster Wahlgang ist für März 2019 angesetzt. Bis Ende Jahr haben die Ortspar­teien nun Zeit, einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Schulpräsidenten aufzustellen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.09.2018, 17:29 Uhr

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