Rapperswil-Jona

Die spielerischen Hacker aus Rapperswil-Jona

An der wöchentlichen Hacknight des Vereins Coredump geht es um die Freude an der Technik. Neben Computern und Tablets spielt dabei auch ein Pizzaofen eine Rolle.

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Überall stehen Computer herum, von uralten Modellen bis hin zu den neusten Tablets. Ein Pizzaofen ist auch zu sehen, wenngleich sich der leise Verdacht aufdrängt, dass darin wohl kaum Pizzen gebacken werden. Einige der Gerätschaften sind weitaus mysteriöser und für den Laien auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Eines davon ist ein Oszilloskop, wie sich später herausstellt.

Was für den durchschnittlichen Beobachter ein Buch mit sieben Siegeln ist, ist für die Mitglieder des Vereins Coredump eine vertraute Umgebung. Sie haben in der Fabrikhalle auf dem Vinora Areal ihr Vereinslokal eingerichtet. Dort treffen sie sich jeden Montagabend für eine Hacknight.

Die jungen Männer versuchen dabei aber nicht, auf illegale Art und Weise in geschützte Netzwerke einzudringen. Sie verstehen den Begriff des Hackers in seiner ursprünglichen Bedeutung, wie sie erklären: «Damit wurden Leute beschrieben, die einfach mal mit Systemen wie den ersten Grossrechnern herumexperimentieren, um zu verstehen, wie sie funktionieren.»

Und genau um dieses Ausprobieren, das Spiel mit der Technik geht es den Vereinsmitgliedern auch. Etwa mit dem Oszilloskop. Wie Danilo* erklärt, ist ein Oszilloskop ein Messgerät, auf dem elektrische Spannungen angezeigt werden.

Ihm geht es allerdings nicht darum, irgendwelche Daten auszuwerten. «Ich wandle Musik in Bilder um.» Dafür kreiert er auf seinem Computer eine Tondatei. Spielt er diese ab, zeichnet die Spannung auf der Anzeige des Oszilloskops ein Bild.

Dekoration muss sein

Ein Bild ganz anderer Art wird gerade auf die Wand gemalt. Jessica und eine Kollegin gestalten eine Szene aus dem klassischen Computerspiel «Super Mario Land». Dafür drucken sie Vorlagen der Spielfiguren auf dem vereinseigenen 3D Drucker und bemalen sie danach.

Dank diesen Dekorationen und einer neu gestalteten Sitzecke wirken die grauen Fabrikräumlichkeiten gleich viel wärmer. Die Temperatur bleibt allerdings eher kühl, was besonders im Winter unangenehm ist. Doch die Hacker wollen sich nicht über ihre neuen Räumlichkeiten beschweren.

Da es sich um eine Zwischennutzung handelt, müssen sie nämlich nur wenig Miete zahlen. Mit 100 Quadratmetern haben sie auch viel mehr Platz als im ehemaligen Lokal im Sonnenhof. Zudem beschweren sich auf dem Vinora Areal keine Nachbarn, wenn es beim Sägen, Hämmern oder Löten mal ein wenig lauter wird.

Software für alle

An der Hacknight geht es aber nicht nur um Spielereien, sondern auch um ernsthaftere Projekte. So arbeitet etwa Urban seit fünf Jahren an einer Software zum Entwerfen von Leiterplatten. Diese grünen Platinen sind in beinahe jedem elektronischen Gerät zu finden und dienen mechanischen Befestigungen und elektrischen Verbindungen.

Es gibt bereits Programme mit denen sich massgeschneiderte Leiterplatten herstellen lassen, doch die professionellen kosten mehrere tausend Franken. «Das können sich Einzelpersonen nicht leisten», meint Urban. Seine Software ist daher Open Source, das heisst, der Code ist für alle zugänglich und darf von allen für ihre Bedürfnisse abgeändert werden. Und vor allem ist sie gratis. Er hofft in den nächsten Monaten, die erste Version zu veröffentlichen.

Während der Hacknight scheinen sich die Hacker vor allem mit Bier und Limonade Energie zuzuführen. Pizza gibt es aber keine, weil im Pizzaofen, wie vermutet, elektrische Teilchen gebacken werden.

*Die Mitglieder von Coredump sind im Internet sehr auf ihre Privatsphäre bedacht. Daher werden sie in diesem Text nur mit Vornamen genannt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.06.2018, 14:21 Uhr

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