Atzmännig

Die Wiedergeburt des Brauchtums

Am Wochenende fand am Atzmännig einetraditionelle Alpabfahrt statt. Damit hat dass junge Älplerehepaar Reto und Corina Blöchlinger nach seinem ersten Sommer auf dem Schindelberg altes Brauchtum wieder aufleben lassen.

Stolz führen Reto und Corina Blöchlinger ihre kunstvoll geschmückten Tiere durch den Dorfkern von Goldingen.

Stolz führen Reto und Corina Blöchlinger ihre kunstvoll geschmückten Tiere durch den Dorfkern von Goldingen. Bild: zvg/Madeleine Steiner

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Das Echo des Glockengeläuts an der Goldinger Kirchenmauer kündete das Nahen der 82 Tiere – Rinder und Jungvieh – standesgemäss an. Mit berechtigtem Stolz führten das Älplerehepaar Reto und Corina Blöchlinger, bekannt als Alpteam ReCo, den Zug an. Auf der Alp Schindelberg gestartet, führte ihr Weg am Samstagmorgen über den Atzmännig und Hintergoldingen durch das Dorf Goldingen bis hin zur Schwerzi bei Bürg, wo die Eigentümer ihr Vieh wieder in Empfang nehmen konnten.

Ganz prächtig waren die Tiere von geschickten Helferhänden für diesen Höhepunkt geschmückt worden, farbenfroh, jeder Kopfschmuck ein kleines Kunstwerk, in jedem Fall ein ganz besonderes Unikat. Die grosse Freude der Älpler über die gelungene Alpsömmerung, die 100 Tage dauerte, widerspiegelte sich eindrücklich in der bunten Farbpalette der Gebinde. Selbst einzelne glückliche Ziegen durften sich mit Blumenschmuck präsentieren.

Jeder Kopfschmuck ist anders arrangiert worden. Bild: zvg.

Ein bittersüsser Abschied

Das Alpteam ReCo hat seinen ersten Sommer auf der Alp Schindelberg, die der Alpgenossenschaft Schindelberg gehört, erfolgreich gemeistert. Davor hat es während sechs Jahren Vieh im Taminatal und auf dem Schanerberg betreut.

Es sei eine Riesenfreude, wenn man am Ende die anvertrauten Tiere gesund und gut genährt wieder ihren Besitzern übergeben könne, meinten Reto und Corina Blöchlinger übereinstimmend. Einerseits sei man froh, wenn man die Verantwortung wieder abgeben könne, andererseits tue es auch ein bisschen weh, weil man sich an die Tiere gewöhnt habe. Im Gespräch mit den beiden spürt man das Herzblut, mit dem sie sich ihrer Tätigkeit widmen.

Das Alpteam ReCo fühlt sich der ursprünglichen, bäuerlichen Tradition verpflichtet, wozu die Alpabfahrt gehört, die nur dank der tollen Unterstützung aus dem Familien- und Bekanntenkreis bewerkstelligt werden konnte. Des Weiteren hörte man auf dem Schindelberg in diesem Sommer beinahe täglich den traditionellen Alpsegen von Älpler Reto Blöchlinger ins Rund hallen.

Auch kulinarisch hat man sich im bekannten Alpbeizli dem Ursprünglichen und Authentischen verschrieben. Die Blöchlingers verwöhnen ihre Gäste mit diversen Plättli sowie selbst gemachten Käsespezialitäten mit denen sie an der Käseolympiade 2016 schon Edelmetall gewonnen haben. So ist eine Einkehr im Alpbeizli auf dem Schindelberg für Wanderer und Biker beinahe ein Muss.

Umbau bis Mitte 2018 fertig

Derzeit wird auf dem Schindelberg mit Hochdruck das künftige Alpbeizli inklusive Wohnung um- und ausgebaut. Der Präsident der Alpgenossenschaft Schindelberg, Franz Imhof, gibt sich zuversichtlich, dass die Bauarbeiten bis Mai 2018 abgeschlossen werden können, vorausgesetzt der Winter wird nicht all zu streng.

Dann könnte das Provisorium, das in diesem Sommer gute Dienste geleistet hat, dem künftigen Alpbeizli Platz machen. Darauf und den Alpsommer überhaupt freut sich das Alpteam ReCo nach dem heurigen geglückten Start bereits wieder. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.09.2017, 14:04 Uhr

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