Rapperswil-Jona

Chiphersteller schafft in Rapperswil-Jona Platz für 90 Arbeitsplätze

Die langwierige Standortsuche hat ein vorläufiges Ende: Die Technologie-Firma AMS hat im Zentrum von Rapperswil-Jona Bürofläche dazugemietet und ihre Platznot damit bis auf weiteres gelöst. AMS will hier unter anderem ein neues 20-köpfiges Ingenieur-Team ansiedeln.

Chiphersteller AMS baut das Designcenter am Standort in Rapperswil-Jona aus. Im Bild: Das Gebäude mit den Büros an der Rietstrasse 4.

Chiphersteller AMS baut das Designcenter am Standort in Rapperswil-Jona aus. Im Bild: Das Gebäude mit den Büros an der Rietstrasse 4. Bild: Archiv Michael Trost

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Der Chiphersteller AMS kämpft seit Jahren mit Platzproblemen in den bestehenden Räumlichkeiten neben der HSR Hochschule für Technik. Die an der Schweizer Börse kotierte österreichische Technologie-Firma entwickelt analoge Halbleiter, die in Smartphones, Autos, Industrie oder Medizintechnik zum Einsatz kommen. In Rapperswil-Jona befindet sich eines von 21 Designcentern von AMS weltweit.

Bisher führten keine der von AMS ins Auge gefassten Ideen zur Behebung der Kapazitätsengpässe in Rapperswil-Jona zum Erfolg. Im vergangenen Jahr zerschlugen sich die fertig ausgearbeiteten Pläne für einen 20-Millionen-Neubau für bis zu 250 Arbeitsplätze in Kempraten. Zuletzt zeichnete sich eine Lösung mit der Auslagerung eines AMS-Entwicklerteams von Rapperswil zu Heptagon nach Rüschlikon ab. AMS hatte den weltweit tätigen Spezialisten für optische Sensoren im Oktober 2016 übernommen. Die Singapurer Firma betreibt am linken Zürichseeufer ein zentrales Forschungslabor mit 100 Mitarbeitenden. Doch auch dieser Plan ist in der Zwischenzeit ad acta gelegt worden.

Pragmatischer Ansatz

Stattdessen wählt AMS nun für seine 55 Angestellten am Standort Rapperswil einen pragmatischen, weil deutlich günstigeren Ansatz, um das stete Wachstum auf der personellen Seite für die nächsten Jahre in den Griff zu bekommen. Ganz in der Nähe, an der Rathausstrasse 10 in Rapperswil, hat sich AMS vor kurzem in einem leerstehenden Bürotrakt — wo zuletzt der Versicherer Nationale Suisse residierte — eingemietet und belegt zwei von drei Stockwerken. Die Schlüsselübergabe ist erfolgt, umgezogen ist aber noch niemand. Das Prozedere soll im Frühjahr über die Bühne gehen. Dank der kurzen Wege — zwischen Rietstrasse und Rathausstrasse in Rapperswil — soll auch der wichtige Austausch zwischen den einzelnen Teams von AMS gewährleistet sein.

Mit dem Bezug der Aussenstelle im Stadtzentrum von Rapperswil-Jona ist AMS in der Lage, das erwartete weitere Wachstum am Obersee zu bewältigen und hier in der nächsten Zeit Platz für bis zu 90 Arbeitsplätze schaffen. Der Plan ist, dank der neuen Lokalitäten, in Rapperswil-Jona ein weiteres Team zu installieren, «das es bisher noch nicht gab», wie der Standortleiter von AMS, Thomas Troxler sagt. Troxler spricht von 20 zusätzlichen hochqualifizierten Halbleiter-Spezialisten: «Wir brauchen noch mehr Engineering-Ressourcen, die wir hier in der Schweiz zusätzlich zu den bestehenden Aktivitäten aufbauen wollen». Die ersten Mitglieder des neuen Teams sollen bis Mitte Jahr an Bord sein. Auch in Rüschlikon soll das bestehende Team weiter vergrössert werden.

Hohe Qualität garantiert

Allerdings handelt es sich für AMS bei der Anmietung von knapp 400 Quadratmetern zusätzlicher Bürofläche lediglich um eine Übergangslösung. Alle Mietverträge, sowohl in Rapperswil als auch in Rüschlikon, laufen bis Herbst 2021 und sollen eingehalten werden. Ob danach die beiden Standorte am Zürichsee — aus Synergiegründen — zusammengezogen werden, ist offen. Klar ist, dass AMS am Zürichsee bleiben will. Für den Erhalt, respektive weiteren Ausbau des AMS-Standortes Rapperswil-Jona und von Heptagon in Rüschlikon spricht nach Aussage von Troxler, «dass wir hier hohe Qualität abliefern und über all die Jahre hinweg sehr erfolgreich unterwegs gewesen sind».

Nicht mehr im Vordergrund steht ein weiteres Projekt für einen Neubau. Mit Interesse verfolgt Troxler das Projekt von Investor Hans Nef für einen Techpark an der nahen Eichwiesstrasse in Jona, wo der Baubeginn — mit der HSR als Ankermieterin — für dieses Frühjahr geplant ist. Als mögliche Langfristlösung stellt der Techpark eine von mehreren Optionen bei AMS dar: «Spruchreif ist noch nichts. Zuerst müssen wir unsere Langzeitbedürfnisse intern abklären, aber unser Interesse ist es sicher, weitere Kapazitäten dort zu schaffen, wo wir effizient wachsen können und wir optimale Rahmenbedingungen vorfinden». Schliesslich entsteht derzeit auch in Rüschlikon neben dem bestehenden Firmengebäude ein Gewerbeneubau. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.01.2018, 15:13 Uhr

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