Rapperswil-Jona

Bald fliegen dem Schloss die Drohnen um die Türme

Demnächst fliegen beim Schloss Rapperswil Drohnen um die Wette. Die noch junge Sportart zieht ein Millionenpublikum an - vor dem Bildschirm. In der Stadt selbst werden einige tausend Besucher erwartet. Die Hochschule für Technik (HSR) organisiert ein Rahmenprogramm.

Drohnenrennen wie hier in Lichtenstein werden immer beliebter. Im Oktober findet ein Rennen beim Schloss Rapperswil statt.

Drohnenrennen wie hier in Lichtenstein werden immer beliebter. Im Oktober findet ein Rennen beim Schloss Rapperswil statt. Bild: zvg

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Die Drohne stürzt in die Tiefe und schrammt knapp am Boden vorbei, bevor sie durch ein Tor auf die Zielgeraden fliegt. Bremsen tut sie, indem sie im Ziel mit voller Absicht mit dem aufblasbaren Endtor zusammenstösst. Solche Szenen spielen sich an Drohnenrennen rund um den Globus ab, in Paris, Berlin oder Lichtenstein.

Bald werden die Drohnen auch in Rapperswil-Jona starten. Die Drone Champions League (DCL) veranstaltet im Oktober ein Rennen beim Schloss Rapperswil. «Da ist grosses Kino angesagt», freute sich Simon Elsener, Präsident von Rapperswil Zürichsee Tourismus an der Pressekonferenz. Seine Organisation unterstützt zusammen mit der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), Zürich Tourismus und weiteren Partnern die Rennserie.

Die Hoffnung ist, durch den Anlass möglichst viel Medienaufmerksamkeit auf die Region zu lenken. Die Chancen dazu stehen gut: Herbert Weirather, Chef der DCL rechnet damit, dass weltweit etwa eine Million Zuschauer das Rapperswiler Rennen am Bildschirm mitverfolgen werden. Am Austragungsort selber erwartet Simon Elsener zwischen 3000 und 4000 Besucher. «Die Stadt wird sicher nicht so voll sein, wie bei anderen Events.»

Volle Konzentration: Die Drohnenpiloten steuern ihr Gefährt via Fernsteuerung und Videobrille. Sie sehen, was ihre Drohne sieht. Bild: Mathias Kniepeiss.

Verwirrende Fernsehbilder

Obwohl die Sportart noch jung ist, ist das Publikumsinteresse weltweit gross. «2014 gab es den Sport noch nicht, ein Jahr später ist er regelrecht explodiert», erklärt Weirather. Laut eigenen Angaben hat DCL 27 TV Partner weltweit und wird in 76 Ländern übertragen. Auch im Internet können die Rennen live verfolgt werden.

In den Videos vergangener Rennen sind die Kommentatoren zu hören, die mit Inbrunst bei der Sache sind. Sie steigern nicht nur die Dramatik, sondern ordnen auch ein, was gerade passiert. Das Fernsehbild wechselt nämlich zwischen externen Kameras und den Kameras, die an den Drohnen angebracht sind. Das kann für die Zuschauer schon mal verwirrend sein.

Die Drohnenpiloten steuern ihre Gefährte via Funkfernbedienung und Videobrille. Sie sehen also, was ihre Drohne sieht. Unterstützt werden sie dabei von ihren Teamkameraden, die einen besseren Überblick über das gesamte Rennen haben.

In der DCL treten jeweils Mannschaften mit 4 Piloten an. Pro Wettkampf gibt es eine Qualifikation, danach werden drei Runden im KO-Modus geflogen. Dabei sammeln die Teilnehmer Punkte für ihre Teams. In Rapperswil werden maximal neun Teams antreten. Damit auch Neuzugänge eine Chance haben, wird einer der Startplätze via Wildcard vergeben. Weirather hofft auf ein weiteres Schweizer Team.

Zwischen E-Sport und Autorennen: So bewirbt sich die DCL auf dem Internet. Quelle: Youtube.com.

Wie die Formel 1

«Die Piloten müssen eine exzellente Hand–Augenkoordination haben», erklärt Weirather. Auch die Drohnen müssen optimal zusammengesetzt werden. Die DCL gibt die technischen Rahmenbedingungen vor, doch die Details bleiben den Teams vorbehalten. «Es ist ähnlich wie bei der Formel 1», meint Weirather. Den Vergleich zum Autorennen bemüht er gleich nochmals. Die Drohnen beschleunigen nämlich innert 1,6 Sekunden von null auf hundert – «schneller als Formel 1 Boliden». Sie erreichen eine Maximalgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde.

Die genaue Strecke für das Rapperswiler Rennen wird noch nicht bekannt gegeben, da die Bewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) noch aussteht. Denn für Drohnen besteht in der Rosenstadt eigentlich eine Flugverbotszone. Voraussichtlich wird das Rennen aber zwischen dem Seebad und dem Lindenhof stattfinden. Die Zuschauer stehen oben am Lindenhof auf der Aussichtsterrasse und werden durch Netze vor abstürzenden Drohnen geschützt.

Eine Männerdomäne

Alle Piloten der DCL sind männlich, genauso wie die Organisatoren und der Grossteil des jungen Publikums. «Wir möchten explizit auch Frauen und ältere Personen an die Thematik heranführen», erklärt Alex Simeon, Prorektor der HSR. Die Hochschule ist für das Rahmenprogramm rund um den zweitägigen Anlass zuständig. Angedacht sind Vorträge über die Drohnentechnologie oder die Möglichkeit für Neugierige, selbst einen Drohneparcour zu absolvieren.

Das Rennen in Rapperswil-Jona soll laut Organisatoren auch 2020 und 2022 wieder stattfinden. Bereits steht fest, dass ein weiteres Rennen nächsten März im bündnerischen Laax stattfindet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.03.2018, 16:46 Uhr

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