Amden/Weesen

Amden und Weesen könnten touristisch bald zum Kanton Glarus gehören

Der Verein «Amden Weesen Tourismus» überlegt sich einen Beitritt in die neue Glarner Tourismus- und Freizeitorganisation. Vonseiten der Gemeinden bestehen aber noch einige offene Fragen.

Schliesst sich Weesen touristisch den Glarnern an? Der Verein «Amden Weesen Tourismus» will sich umstrukturieren und prüft verschiedene Szenarien.

Schliesst sich Weesen touristisch den Glarnern an? Der Verein «Amden Weesen Tourismus» will sich umstrukturieren und prüft verschiedene Szenarien. Bild: Archiv ZSZ

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Ist die Tourismuszusammenarbeit von Amden und Weesen gescheitert? «Nein, gescheitert sind wir nicht. Mit der momentanen Organisation sind wir einfach nicht so effizient, wie wir sein könnten. Und das wollen wir jetzt ändern», sagt Thomas Exposito, Geschäftsführer der Tourismusorganisation. Konkret sieht diese Re-Organisation folgendermassen aus: Ab nächstem Jahr will «Amden Weesen Tourismus» mit Glarus zusammenspannen, das berichtet am Dienstag die Südostschweiz. Doch von vorne.Die beiden Gemeinden aus dem st. gallischen Wahlkreis See Gaster arbeiten im Bereich Tourismus schon seit geraumer Zeit zusammen. Seit 1901 gibt es den Verein «Amden Weesen Tourismus». 2012 hat Amden Heidiland Tourismus, welche die operative Führung für Tourismusregionen übernimmt, verlassen. Weesen aber ist dort weiterhin Mitglied geblieben.

Dies führte laut Exposito bei der Planung und Durchführung von gemeinsamen Massnahmen dazu, dass die Frage nach der Finanzierung unklar war oder die allgemeine Organisation zum Stillstand kam.

Glarus als möglicher Partner

Ein Jahr lang hat eine Arbeitsgruppe verschiedene Szenarien geprüft, wie man sich neu organisieren könnte: Amden tritt wieder Heidiland Tourismus bei, beide gehen zu Zürichsee Tourismus oder man versucht es ganz ohne Dachorganisation. Ein Beitritt in die neue Glarner Tourismus- und Freizeitorganisation, welche nächstes Jahr gegründet werden soll, entpuppte sich als attraktive Möglichkeit.

«Touristen interessieren sich nicht für Kantonsgrenzen»
Thomas Exposito, «Amden Weesen Tourismus»

Dort liegt die Federführung bei der Planung beim Kanton, doch auch Thomas Exposito ist Mitglied der Arbeitsgruppe. Bei einem Eintritt wären Amden und Weesen, gemeinsam mit vier Glarner Tourismusorten Teil der Dachorganisation. Dabei wäre die Dachorganisation primär für Marketing und Verkauf zuständig. Der Verein «Amden Weesen Tourismus», wie auch der Standort in Amden würden weiterhin bestehen bleiben und sich um die Gästebetreuung und Veranstaltungen kümmern.

Finanziell lukrativ

Glarus ist aus mehreren Gründen interessant, erzählt Thomas Exposito. «Einerseits spricht die geografische Lage der beiden Gemeinden für eine Zusammenarbeit mit unserem Nachbarkanton.» Durch den gemeinsamen Walensee und die Skigebiete im Winter habe man hier eine gute Möglichkeit zur Zusammenarbeit.

Mögliche Projekte könnten gemeinsame Internetauftritte oder kantonsübergreifende Sportangebote sein, meint Exposito. Auch der finanzielle Aspekt sei nicht zu vernachlässigen. Bis jetzt schaue es danach aus, dass sich der Beitrag von Amden Weesen auf rund 100000 Franken pro Jahr belaufen würde, was rund 30 Prozent Kurtaxe entspricht. Diese Summe wurde in den letzten Jahren nur schon für das Marketing von Amden ausgegeben. Der Betrag ist ausserdem deutlich tiefer als die 90 Prozent Kurtaxe, welche der man Heidiland Tourismus bezahlen musste.

Entscheid beim Gemeinderat

Für eine kleine Tourismusagentur wie sie sei es ausserdem auf längere Sicht äusserst rentabel, sich an eine grössere Dachorganisation zu binden, meint Exposito. Den schweizweiten Einbruch des Tourismus, vor allem im Bereich der Übernachtungen, habe man auch in Amden und Weesen gespürt. «Wir brauchen eine grössere Reichweite, um neue Touristen auf uns aufmerksam zu machen», sagt Exposito. Durch eine Dachorganisation würden sich auch die finanziellen Möglichkeiten verändern.

Speziell an Glarus wäre aber: Man würde damit dem eigenen Kanton den Rücken kehren. Das sei im Tourismus aber nicht unüblich, erklärt Thomas Exposito, denn: «Touristen interessieren sich nicht für Kantonsgrenzen.»

Vorerst ist aber noch nichts entschieden. Zuerst muss das Projekt von insgesamt drei Glarner Gemeindeversammlungen im November bewilligt werden. Bereits vorher liegt es unter anderem auch noch an den Gemeinderäten von Weesen und Amden, den Beitritt zu befürworten. Der Gemeinde Amden wurde der Vorschlag am Montag zum ersten mal unterbreitet. Bis jetzt sei noch nichts entschieden, sagt Gemeindepräsident Markus Vogt (BDP). «Unserseits bestehen noch einige offene Fragen, zum Beispiel ob der Kanton St. Gallen auch in diesem Fall weiter Gelder sprechen würde.» Was für ihn und seinen Amtskollegen aus Weesen, Marcel Benz (parteilos), vor allem wichtig ist, ist das möglichst bald eine Organisation gewählt wird, von welcher beide Gemeinden und die touristischen Leistungsträger profitieren können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.07.2018, 17:39 Uhr

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