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TribüneNotwendige Normalisierung des Wirtschaftslebens

Eine Kolumne von Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, zu den Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft.

Die Woche aus Sicht von bekannten Persönlichkeiten.
Die Woche aus Sicht von bekannten Persönlichkeiten.
Illustration: Olivier Samter

Derzeit bestimmt das neuartige Coronavirus unser aller Leben. Ob Arbeit, Freizeit oder Wohnen, jeder Teil wird bestimmt vom unsichtbaren Krankheitserreger namens Covid-19. Der Einsatz gegen die Verbreitung hat sich glücklicherweise gelohnt: Die einschneidenden Massnahmen des Bundes gegen eine grossflächige Ausdehnung des Coronavirus wirken. Der Bundesrat hat diese Woche angekündigt, dass die Massnahmen schrittweise gelockert werden. In einer ersten Etappe werden am 27. April vom Bund zwangsgeschlossene Betriebe wieder geöffnet. Am 11. Mai können die Läden sowie die obligatorischen Schulen, am 8. Juni unter anderem Freizeitbetriebe sowie weiterführende Schulen den Betrieb wiederaufnehmen.

Und das ist gut so. Nach diesem ersten Schritt in Richtung Normalität muss es aber rasch weitergehen. Die Wirtschaft braucht weiterhin eine klare Perspektive, damit die Ankurbelung abgestimmt, schrittweise und planbar erfolgen kann. Ihren Anteil dazu tragen die Arbeitgeber bei, indem sie die Schutzmassnahmen eigenständig auf ihre spezifische Branchensituation adaptieren.

Die Einschränkungen sind streng und treffen viele Unternehmen hart. Der Bund hat verschiedene Massnahmen ergriffen, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern. Diese Woche hat er eine weitere Gruppe in das Nothilfepaket aufgenommen: die Selbstständigen, die indirekt von den Einschränkungen betroffen sind. Das sind Unternehmer und Unternehmerinnen, die zwar wegen der ergriffenen Schutzmassnahmen des Bundes ihren Betrieb nicht schliessen mussten, bei denen jedoch die Kundschaft weitestgehend ausblieb. Dazu gehören beispielsweise die Taxifahrer oder Fotografen. Nun können Betroffene mit einem AHV-pflichtigen Einkommen zwischen 10’000 Franken und 90’000 Franken rückwirkend ab frühestens 17. März einen Teil ihres Erwerbsausfalls einfordern.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband anerkennt, dass mit dieser Lösung auch indirekt betroffene Kleinunternehmer – im Sinne einer Härtefallregel – Überbrückungshilfen erhalten. Damit kann die Gefahr von Dominoeffekten in dieser gravierenden Wirtschaftskrise abgeschwächt werden.

Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands.
Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands.
Foto: PD