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ErtapptNoch vor Corona ausgetickt

Sondermassnahmen setzen den Menschen zu. Aber es gibt auch Leute, die lange vor der Corona-Krise ihre Probleme hatten – etwa mit der Polizei.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Illustration: Olivier Samter

Fünf Wochen halten es die Schweizerinnen und Schweizer jetzt schon mit dem Corona-Ausnahmezustand aus. Noch halten sich die Polizeimeldungen zu tätlichen Auseinandersetzungen im Rahmen. Wie lange das noch gut geht, wird sich zeigen. Es gibt aber genug Leute, die zu normalen Zeiten ihre Emotionen nicht im Griff haben. Gleich zweimal mussten Polizisten in Wädenswil unliebsame Erfahrungen mit einem 44-Jährigen machen.

Beim ersten Mal kontrollierte eine Patrouille den Mann aus unbekannten Gründen an einem Oktoberabend um 23 Uhr. Dieser hatte darauf gar keine Lust. Er schlug einen Polizisten ins Gesicht, trat ihn ans Schienbein und zerrte an seiner Jacke, bis eine Jackentasche riss. Zudem beschimpfte er die beiden Polizisten auf äusserst unflätige Weise. Dies alles in nüchternem Zustand.

Keine vier Monate später geriet der 44-Jährige erneut in Wädenswil mit den Gesetzeshütern in Konflikt. Diesmal in einem Zustand, der als unzurechnungsfähig gilt – und das kurz vor sieben Uhr morgens. Er versuchte eine Polizistin zu schlagen und zerkratzte einem Polizisten das Ohr. Die Unzurechnungsfähigkeit hatte der Mann selber zu verantworten, weil er trotz der Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten Alkohol getrunken hatte. Knapp eine Promille wurde noch gemessen. Warum er erneut mit der Polizei aneinandergeriet, ist nicht bekannt.

Für die beiden Vorfälle wird der Beschuldigte wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, Beschimpfung, Sachbeschädigung sowie einer Tat in selbstverschuldeter Unzurechnungsfähigkeit verurteilt. Die Staatsanwaltschaft stellt ihm eine bedingte Geldstrafe von 180 mal 70 Franken und eine Busse von 1000 Franken aus. Während der zweijährigen Probezeit muss er eine Suchttherapie machen und erhält eine Bewährungshilfe.