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ErtapptNicht ohne sein Auto

Ein 38-Jähriger fuhr nach der Arbeit von Kilchberg Richtung Dübendorf – mit zu viel Alkohol im Blut. Weil er auch noch wüste Drohungen ausstiess, kommt der Mann nicht mehr leicht davon.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Illustration: Olivier Samter

Seit der Einführung von «Via sicura» sind die Strafen in der Schweiz für Fehlverhalten im Verkehr drastisch. Nicht alle hält das davon ab, zu rasen oder sich betrunken hinters Steuer zu setzen. Nicht zum ersten Mal tat das offenbar ein 38-Jähriger am Fasnachtsauftakt 2019, dem 11.11. – das Datum ist dabei rein zufällig. Denn der Schweizer hat seine alkoholischen Getränke nicht beim geselligen Zusammensein genossen, sondern an seinem Arbeitsort in Kilchberg. Gegen 21 Uhr fuhr er los, sein Ziel war Dübendorf. Im Glatttal kam er aber nie an, am Mythenquai in Zürich führte die Polizei eine Kontrolle durch. Das Ende der Fahrt für den angetrunkenen Lenker, er wies 1,42 Promille auf.

Damit nicht genug: Zu diesem Zeitpunkt lief bereits ein Verfahren gegen den 38-Jährigen. Er hatte im März in der gemeinsamen Wohnung in Kilchberg seiner Frau gesagt, er werde in Zürich ein Massaker veranstalten, wenn sie sich scheiden lassen wolle und er die Kinder nicht mehr sehen könnte.

Kein halbes Jahr zuvor wurde der Beschuldigte bereits zu einer bedingten Geldstrafe von 20 mal 90 Franken verurteilt, wohl ebenfalls wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand. Diese Strafe wird zwar nicht widerrufen, die Probezeit aber um ein Jahr verlängert. Doch jetzt hat die Vorstrafe doppelte Konsequenzen: Einerseits wird die neue Strafe unbedingt ausgesprochen. Der Beschuldigte muss somit 7200 Franken bezahlen. Andererseits würden «die Umstände, die zur Straffälligkeit geführt haben, zur Stützung der nicht ungünstigen Prognose die Anordnung einer Massnahme erfordern». Konkret: Der Mann muss sich dem Lernprogramm «Training für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmende» unterziehen. Seinen Fahrausweis dürfte er auch längere Zeit nicht mehr sehen.