Winterthur

Winterthurer Jihad-Reisender angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat heute Anklage gegen den 25-Jährigen eingereicht, der vor seiner Abreise am Flughafen Zürich verhaftet wurde. Er wird verdächtigt, auf dem Weg zum IS gewesen zu sein.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen Ahmed aus Winterthur eingereicht.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen Ahmed aus Winterthur eingereicht.

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Der 25-jährige Ahmed wurde im April 2015 von der Bundesanwaltschaft am Flughafen verhaftet, als er nach Syrien reisen wollte. Es wird vermutet, dass er sich dort dem Islamischen Staat (IS) anschliessen wollte.

14 Tage in U-Haft

Danach sass er zwei Wochen lang in Untersuchungshaft, bis er unter strengen Auflagen entlassen wurde. So musste er sich mehrmals pro Woche bei der Polizei melden und sein Pass wurde beschlagnahmt. Dieser bekam Ahmed auch nicht zurück, nachdem er vor der Bundesanwaltschaft Beschwerde eingereicht hatte. Er soll mittlerweile wieder bei Frau und Kind in Winterthur wohnen.

Nun hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen ihn eingereicht. Ahmed wird vorgeworfen, er habe beabsichtigt, sich einer kriminellen Organisation, namentlich dem Islamischen Staat (IS), anzuschliessen. Damit hat der junge Mann mutmasslich gegen das sogenannte IS-Gesetz verstossen und eine kriminelle Organisation unterstützt. Weiter werden ihm mehrfache Verstösse gegen das Verbot von Gewaltdarstellungen zur Last gelegt.

46 Strafverfahren hängig

Der Winterthurer ist der erste mutmassliche Jihad-Reisende, der vor seiner Ausreise in ein Kampfgebiet verhaftet werden konnte. Daher ist auch die Anklage ein Novum. Der Bund schreibt in seiner Mitteilung, die Anklage sei «ein weiteres Element in der konsequenten Strafverfolgung aller Personen in der Schweiz, die sich am dschihadistisch motivierten Terrorismus zu beteiligen versuchen, oder diesen mit Propagandamitteln unterstützen.»

Zurzeit sind bei der Bundesanwaltschaft 46 Strafverfahren im zusammenhang mit jihadistisch motiviertem Terrorismus hängig. In erster Linie handle es ich dabei um den Verdacht der Unterstützung terroristischer Organisationen durch Propaganda. (zsz.ch)

Erstellt: 19.02.2016, 12:06 Uhr

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