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Von der Realität eingeholt

Die Flüchtlingskrise ist allgegenwärtig. Kaum ein Tag vergeht, an dem einem das Thema mit all seinen Facetten nicht begegnet. Allerdings findet diese Begegnung nicht in der Realität statt - sondern nur auf dem Papier und am Bildschirm. Insofern fühlte ich mich davon nie unmittelbar betroffen. Da war viel Distanz.

Doch dann hielt das Thema Einzug im Kindergarten. Ein Flüchtlingsmädchen kam in die Klasse meiner 6-jährigen Tochter. Das stille, zurückhaltende Kind wurde rasch integriert. Sie rede halt nicht so viel, weil sie eine andere Sprache spreche, meinte meine Tochter, wenn ich sie nach ihrer neuen Klassenkameradin fragte. Und sie sitze ständig auf der Schaukel, fügte meine Tochter etwas säuerlich an. Das war dann auch das grösste «Problem», von dem ich Wind bekam.

So vergingen die Wochen und Monate. Das stille Mädchen machte Fortschritte. «Sie versteht jetzt schon fast alles», sagte meine Tochter eines Tages. Hin und wieder spielten und bastelten die Beiden sogar zusammen. Die Sache mit der ständig besetzten Schaukel hatte sich auch entspannt.

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