Horgen

Nicht nur lobende Worte zur neuen Pflegewohngruppe

Am Samstag ist die Pflegewohngruppe Strickler eingeweiht worden. Während den öffentlichen Besichtigungen waren nicht nur lobende Worte zu vernehmen.

Gemeinderat Hans-Peter Brunner, Wohngruppenleiterin Gabriela Egli, Finanzvorsteherin Daniela Mosbacher und Leiter Gesundheit und Soziales, Karl Conte, durchneiden das rote Band.

Gemeinderat Hans-Peter Brunner, Wohngruppenleiterin Gabriela Egli, Finanzvorsteherin Daniela Mosbacher und Leiter Gesundheit und Soziales, Karl Conte, durchneiden das rote Band. Bild: Sabine Rock

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Gleich vierfach ist am Samstag in der neuen Pflegewohngruppe Strickler in der gleichnamigen Mehrgeneartionensiedlung vor zahlreich erschienenem Publikum ein rotes Band mit Scheren durchtrennt worden: von den Gemeinderatsmitgliedern Hans-Peter Brunner (FDP) und Daniela Mosbacher (FDP) sowie von Karl Conte, Abteilungsleiter Alter und Gesundheit und von Gabriela Egli, der Leiterin der neuen Einrichtung. Und zwar als symbolischer Akt im Rahmen einer vergleichsweise schlichten Einweihung der neuen Räumlichkeiten im Sousol der Gebäude an der Einsiedlerstrasse 149 / 147. Ab Ende Monat werden hier die ersten vier Bewohner einziehen. Weitere sieben sollen später sukzessive hinzukommen.

Bevor es soweit ist, hatten am Samstagvormittag Interessierte Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen und sich aus erster Hand zu informieren. Auch darüber, wie die neue Pflege-Einrichtung funktionieren soll. Nämlich als rund um die Uhr betreute alltagsbezogene, familiäre Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren – und damit nach einem für die Horgner Alterspflege neuen Konzept, wie Gesellschaftsvorsteher Hans-Peter Brunner in seiner Ansprache deutlich machte. Das heisst beispielsweise auch, wer will und kann, geht hier zum Einkaufen mit und es wird nicht nur gemeinsam gegessen, sondern etwa auch Gemüse gerüstet und gekocht.

Platz für Begegnungen

Herzstück ist ein grosszügiger Aufenthaltsraum mit gemütlichen Ohrsesseln, mit einer integrierten Küche und einem Esstisch sowie mit Blick auf die vorgelagerte Terrasse mit offenem, derzeit noch nicht ganz fertiggestelltem Garten samt Hochbeet sowie auf den See. Zum Austausch im kleinen Rahmen oder zu Aktivitäten in der Kleingruppe treffen sich die künftigen Bewohner auch in zwei Sitzecken. In der neuen Pflegewohngruppe kann jeder Bewohner sein Zimmer mit Pflegebett und Einbauschrank zusätzlich mit eigenen Möbeln und Bildern ausstatten. Und sich bei Bedarf jederzeit dorthin zurückziehen. Während der öffentlichen Besichtigung bekamen die Verantwortlichen der neuen Pflege-Einrichtung im Bezirkshauptort vorwiegend Komplimente zu hören: etwa über die hellen und freundlichen Zimmer oder zum Komfort und zur wohnlichen Atmosphäre des Gemeinschaftsraums, zum Stationszimmer und auch zum Ausblick auf den See.

Pilotprojekt vor Realitätstest

Manche Besucher schlugen allerdings auch kritische Töne an – fast ausschliesslich aus demselben Grund. Ausser Lavabos gibt es in den Zimmern nämlich keine sanitären Anlagen. Die Bewohner teilen sich stattdessen drei behindertengerechte Duschen mit Toiletten sowie ein Badezimmer mit Pflegebadewanne und WC. Sinnvoll und auch praktisch sei diese Lösung, weil viele der pflegebedürftigen und betagten Bewohner früher oder später für das selbständige Aufsuchen und Benützen von Toilette oder Dusche ohnehin oft kaum mehr mobil genug, sondern auf Hilfe und Unterstützung angewiesen seien, rechtfertigte sich Gesellschaftsvorstand Hans-Peter Brunner namens der Gemeinde. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass das Pilotprojekt mit der ersten Horgner Pflegewohngruppe den nun anstehenden «Realitätstest» erfolgreich bestehen werde. Auch für Karl Conte sind gemeinsame sanitäre Anlagen für eine Senioren-WG nur logisch, wie er gegenüber der ZSZ meinte: «Auch in einer normalen Familie hat schliesslich nicht jedes Mitglied eine eigene Dusche und Toilette».

Betrieben wird die Pflegewohngruppe von der Gemeinde in eigener Regie – vorderhand jedenfalls. Der Gemeinderat möchte sie aber ebenso wie die Pflegeeinrichtungen im Projekt Neu-Tödi und im Spyrigarten im künftigen Horgner Ortsteil Hirzel an private Träger auslagern und sich aus der operativen Leitung zurückziehen. Das letzte Wort dazu wird indes der Souverän haben – entweder an der Urne oder an einer Gemeindeversammlung. Und zwar aller Voraussicht noch im März 2018, wie Brunner gegenüber der ZSZ sagte. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.11.2017, 16:25 Uhr

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