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Mit Selbstvertrauen zurück in die NHL kämpfen

Tanner Richard durfte mit den Tampa Bay Lightning im Dezember drei Spiele in der NHL bestreiten. Der Joner schildert seine ­Erlebnisse, die ihn für immer prägen werden. Nun strebt er einen Stammplatz in der höchsten Liga der Welt an.

Der Joner Tanner Richard hat vor seinem NHL-Debüt mit den Tampa Bay Lightning neben Teamkollege Alex Killorn (links) gut lachen.
Der Joner Tanner Richard hat vor seinem NHL-Debüt mit den Tampa Bay Lightning neben Teamkollege Alex Killorn (links) gut lachen.
Keystone

Aller guten Dinge sind drei. Zweimal war Tanner Richard kurz vor seinem NHL-Debüt im Dress der Tampa Bay Lightning gestanden. Mitte Dezember verpasste er unterwegs zum Auswärtsspiel gegen Edmonton den Anschlussflug in Minneapolis, da die Maschine aus New York zwei Stunden verspätet dort eintraf. Das erste Aufgebot hatte er bereits am 19. Dezember 2015 erhalten und war nach Tampa gereist, damals aber nicht zum Einsatz gekommen. Ein Jahr und einen Tag später ging für ihn ein Traum in Erfüllung. «Zum ersten Mal in meiner Karriere war ich vor einem Spiel nervös», gibt er zu. Unvergesslich bleiben für den einstigen Junior der Rappers­wil-Jona Lakers die Momente vor der Partie gegen Detroit. «Als ich auf der blauen Linie stand und die amerikanische National­hymne lief, das war richtig besonders», blickt er zurück. Der Center durfte dann das erste Bully aus­tragen und gewann dieses gar.

«Die Chance auf einen Einsatz in der NHL habe ich mir mit ­meiner Spielweise verdient», sagt der schweizerisch-kana­dische Doppelbürger. Nach seiner Premiere erhielt er positive Feedbacks «von oben». Zwei Tage nach dem 4:1-Heimsieg gehörte der Sohn von SCRJ-Legende Mike Richard erneut der Startformation an. Sein Team schlug daheim St. Louis 5:2. Am 23. Dezember konnte er auch in Washing­ton stürmen. Die Lightning unterlagen den Capitals 0:4.

«Kann in der NHL mithalten»

In den drei Partien sammelte ­Richard zwar keine Skorer­punkte, bei 38:07 Minuten Eiszeit dafür umso mehr wertvolle Erfahrungen. «Mit meinen ersten Einsätzen bin ich sehr zufrieden», fügt er an. Nach weiterem Lob des Trainerstaffs hat der Angreifer nun die Gewissheit, «dass ich in der besten Liga der Welt mithalten kann.» Viel fehle ihm nicht mehr, um ein Stammspieler zu werden. «Das ist mein nächstes Ziel.»

Der Ex-Laker wurde nach seinem Abstecher in die NHL wieder zurück in die AHL zu Syra­cuse Crunch, dem Farmteam der Tampa Bay Lightning, geschickt. Deshalb verbrachte er Heiligabend ­allein im Hotelzimmer in der drittgrössten Stadt Floridas. An Weihnachten flog Richard nach Syra­cuse. In der letzten Saison hatte er sich bei den Crunch zum Top­sko­rer entwickelt. In der aktuellen Spielzeit blühte der Center weiter auf. «In den ersten 20 Partien konnte ich offensiv viele ­Akzente setzen und spielte das beste Eishockey meiner Kar­riere», hält er zufrieden fest.

Rasch den Tritt wieder finden

Aus der NHL hat der Joner vor ­allem eines mitgenommen: «Viel Selbstvertrauen.» Trotzdem sei ihm die Rückkehr in die AHL nicht ganz leicht gefallen. «Vor wenigen Tagen wurde mein Traum Realität, und ich gehörte der besten ­Liga der Welt an.» Dorthin will er sich nun wieder zurückkämpfen. Richard rechnet damit, den Sprung erneut zu schaffen. Ihm ist aber bewusst: «Das Wichtigste ist, dass ich in Syra­cuse nun konstant gute Leistungen abrufen kann. Damit ich hoffentlich der­je­nige bin, welcher den Call-up bekommt, wenn Tampa wieder einen Stürmer braucht.»

In den letzten AHL-Partien sei es ihm zwar nicht wie gewünscht gelaufen. «Aber das Team gewinnt immer noch, und ich finde meinen Tritt sicher wieder, um zu weiteren Siegen beizutragen», gibt er sich optimistisch. Mit 7 Toren und 10 Assists aus 29 Partien belegt ­Richard in der internen Skorer­liste der Crunch aktuell Rang 7. Und sein Team ist im Gegensatz zur letzten Saison auf Playoff-Kurs. Neue, gute Spieler und ein neuer Headcoach (Benoit Groulx) hätten der Mannschaft frischen Wind verliehen. «Zudem sind wir auf und neben dem Eis eine ein­geschworene Truppe», begründet der Center das derzeitige Hoch.

Vor dem Bildschirm live dabei

Weil Richard von den Lightning sehr kurzfristig für die NHL aufgeboten worden war, hatten seine Eltern keine Chance, sein Debüt in Tampa mitzuerleben. «Meine ganze Familie, Verwandte und Freunde – auch jene in Nordamerika – haben das Spiel aber ­live am TV oder im Internet geschaut», weiss er. Seine Mutter flog am 26. Dezember in die Staaten und blieb bis Silvester. «Zeit mit ihr zu verbringen, war schön, schliesslich hatte ich sie im Juni zuletzt gesehen», gibt Richard preis.

Vater Mike war bestimmt sehr stolz ob der NHL-Premiere seines Sohnes. «Dass ich es schaffte, war für meine Eltern wohl auch eine gewisse Genugtuung», glaubt der 23-Jährige. Denn sie hätten viel Geld und Zeit in seine Hockey­karriere investiert. «Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar», betont Richard Junior. Nun fokussiert er sich darauf, in der NHL endgültig Fuss zu fassen.

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