Zum Hauptinhalt springen

Kuster muss sich mit den FCZ-Frauen sputen

Mit zwölf Punkten Rückstand auf Leader Neunkirch starten die Frauen des FC Zürich heute in die NLA-Rückrunde. «Wir sind aber bereit, alles für die Titelverteidigung zu geben», betont die Kaltbrunnerin Selina Kuster, welche in der Abwehr spielt.

Verteidigerin Selina Kuster (vorne) ist in der NLA-Rückrunde mit den FCZ-Frauen gefordert, denn Neunkirch macht ihnen den Meistertitel streitig.
Verteidigerin Selina Kuster (vorne) ist in der NLA-Rückrunde mit den FCZ-Frauen gefordert, denn Neunkirch macht ihnen den Meistertitel streitig.
Peter Ganser/FCZ-Frauen

Die höchste Frauenliga der Schweiz dominierte in den letzten Jahren der FC Zürich. Fünfmal hintereinander wurden die Züricherinnen Meister. Mit insgesamt 20 Titeln sind sie Rekordhalter. Dazu kommen zwölf Cupsiege. Zuletzt haben die FCZ-Frauen zweimal in Serie das Double gewonnen. Zu diesen Erfolgen hat Selina Kuster beigetragen. Die Kaltbrunnerin verteidigt seit Sommer 2014 im FCZ-Trikot, sie war damals vom Stadtrivalen Grasshoppers hinzugestossen.

Anders als in den letzten beiden Spielzeiten nehmen die Zürcherinnen die aktuelle Rückrunde nicht als Leader in Angriff. Für einmal belegen sie nur Rang 3. Zwölf Punkte vor ihnen thront Neunkirch ungeschlagen an der Tabellenspitze. «Ja, diese Situation ist für uns völlig ungewohnt», sagt Selina Kuster dazu. Die Titelverteidigerinnen verloren zwar nur eine Meisterschaftspartie, aber ausgerechnet das Spitzenduell daheim gegen Neunkirch. «Diese 0:2-Niederlage liegt mir immer noch auf dem Magen», gesteht die 25-Jährige. Denn in der 2. Minute hatte sie nur die Latte getroffen und vor der Pause die Chance vergeben, per Penalty auf 1:2 zu verkürzen. Die Schaffhauser Torhüterin wehrte ihren Schuss ab.

Unnötig Punkte abgegeben

Zuvor waren die FCZ-Frauen im Derby gegen GC nicht über ein 1:1 hinaus gekommen. Auch in den letzten beiden Meisterschaftsspielen vor der Winterpause hatten nur Untentschieden (3:3 in Lugano und 2:2 bei YB) herausgeschaut. «Wir gaben unnötig Punkte ab», seufzt Kuster. Die Effizienz der Zürcherinnen war dürftig. «Wir wollten die Gegner zu schön ausspielen», begründet die in Uznach wohnhafte Verteidigerin das Zwischentief. «Zudem sind die anderen Teams gegen uns jeweils hochmotiviert, da sie nichts zu verlieren haben.»

Gefordert waren die FCZ-Frauen auch in der Champions League. Vor der Winterpause schieden sie im Achtelfinal gegen Olympique Lyonnais sang- und klanglos (0:8 auswärts, 0:9 daheim) aus. «Die internationalen Spiele kosteten uns zwar Kraft, sind aber keine Ausrede für unser Schwächeln in der Meisterschaft», stellt Kuster klar. Vielmehr seien sie wohl jeweils zu siegessicher aufgetreten.

Im Winter hart trainiert

Die Zürcherinnen haben noch ein Spiel weniger als Neunkirch ausgetragen. Dieses holen sie heute Nachmittag auswärts gegen Luzern nach. «Wichtig ist, dass wir gewinnen und so Selbstvertrauen tanken können», betont die FCZ-Abwehrspielerin. Kuster ist bewusst: «Jetzt gibt es keine leichten Partien mehr.» In der Rückrunde müssen die Titelverteidigerinnen darauf hoffen, dass der Leader stolpert. «Wir sind gespannt, wie Neunkirch dann darauf reagiert.»

Gerüstet ist der Serienmeister jedenfalls. «Im Dezember trainierten wir noch hart», verrät Kuster. Anfang Jahr wurde die Vorbereitung auf die Rückrunde fortgesetzt. Mitte Januar flog die Kaltbrunnerin mit dem Frauen-Nationalteam, welchem sie seit 2009 angehört, ins zehntägige Trainingslager nach Valencia. «Danach war ich zwei Tage zu Hause», schildert sie. Am 29. Januar hob Kuster erneut nach Spanien ab. In San Pedro del Pinatar führten die FCZ-Frauen eine Trainingswoche durch. Zurück in der Schweiz holten sie sich den Feinschliff. «Nun sind wir bereit, alles für die Titelverteidigung zu geben», hebt die 71-fache Nationalspielerin hervor.

Abschiedsgeschenk für Coach

Nicht nur wegen ihrer Tabellen-lage stehen die Zürcherinnen vor einer besonderen Rückrunde. Denn Anfang Monat wurde ihnen mitgeteilt, dass der Klub die Zusammenarbeit mit Trainer Dorjee Tsawa per Ende Saison beendet. Der 40-Jährige hatte das Team im Februar 2011 übernommen. Wer sein Nachfolger wird, ist noch offen. «Der Entscheid überraschte uns zwar alle, doch nun streben wir umso mehr das Double an», sagt Selina Kuster. Am 18. März empfangen die FCZ-Frauen im Cup-Viertelfinal den Tabellenzweiten Basel. Nach dem 3:0 vom September in der Meisterschaft sind sie Favorit. Der NLA-Spitzenkampf gegen Neunkirch findet am 1. April statt. Bis dahin hoffen die Zürcherinnen, den Rückstand verringert zu haben.

Mit starken Leistungen beim FCZ will sich Selina Kuster für weitere Einsätze im Nationalteam empfehlen. Die Schweizerinnen sind bereits für die EM im Juli in Holland qualifiziert. «Das wird wieder ein Highlight», frohlockt die 25-Jährige. Zuerst muss sie sich aber mit den FCZ-Frauen sputen, damit diese im Meisterrennen bleiben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch