Horgen

Horgen heizt in Zukunft mit mehr Biogas

Die Gemeindeversammlung stimmte über Biogas, mehr Schulsozialarbeit und die Jahresrechnung ab.

Die Gemeindeversammlung Horgen hat den Anteil Biogas am gesamten Erdgasbezug am Donnerstag von 10 auf 20 Prozent erhöht.

Die Gemeindeversammlung Horgen hat den Anteil Biogas am gesamten Erdgasbezug am Donnerstag von 10 auf 20 Prozent erhöht.

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Eigentlich waren sich die 211 anwesenden Horgner an der Gemeindeversammlung am Donnerstag im Schinzenhofsaal einig: Die gemeindeeigenen Gebäude sollen vermehrt mit Biogas heizen. Bei der Frage, wie viel Biogas es sein soll, gab es jedoch unterschiedliche Ansichten.

Der Gemeinderat wollte per 1. Januar 2020 den Anteil Biogas am Erdgasbezug von momentan zehn Prozent auf 20 Prozent erhöhen. Bisher belief sich der Aufpreis für das Biogas auf 70 000 Franken im Jahr. Die Exekutive wollte diesen auf 117 000 Franken erhöhen. Mit dieser Massnahme stossen die Gebäude der Gemeinde künftig 160 Tonnen weniger C02 aus als heute.

Mehrere Anträge

Für die SP war dies zu wenig. Die Sozialdemokraten forderten gar einen Aufpreis von 284 000 Franken pro Jahr. «Am liebsten würden wir den Biogas-Anteil auf 100 Prozent erhöhen, das ist aber so kurzfristig nicht umzusetzen», sagte Simon Vogt von der SP. Mit mehr Biogas könne nicht nur etwas gegen den Klimawandel unternommen, sondern auch den Wirtschaftsstandort der Region gefördert werden. «Während normales Erdgas mehrheitlich importiert wird, kommt Biogas auch aus Ortschaften wie Samstagern oder Volketswil», sagte Vogt. Die lokale SVP störte sich an diesem Vorstoss. Es war die Rede von einer Klimahysterie, bei der kein Gespür für Kosten und Nutzen mehr bestünde.

Es folgte ein weiterer Antrag aus der Versammlung. Dieser sah vor, den Anteil Biogas schrittweise um 10 Prozent pro Jahr zu erhöhen, bis er im Jahr 2024 bei 60 Prozent zu liegen kommt. Der Vorstoss fand in der ersten Zwischenabstimmung aber nicht das nötige Mehr. Nationalrat Thomas Weibel (GLP) schlug daraufhin einen Mittelweg vor und beantragte den Biogasanteil bei 30 Prozent festzulegen.

Allen Ideen zum Trotz überzeugte die Horgner letztlich die ursprüngliche Vorlage des Gemeinderates. In der Schlussabstimmung sprach sich die Versammlung mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung für eine Erhöhung des Biogas-Anteils auf 20 Prozent aus.

Rechnung klar angenommen

Am Donnerstag unterstützten die Horgner auch einen Ausbau der Schulsozialarbeit. Momentan umfasst der Dienst in Horgen 290 Stellenprozent. Um dem gestiegenen Bedarf gerecht zu werden, werden künftig zusätzliche 85 Stellenprozent geschaffen, was Mehrkosten von 133 500 Franken bedeutet. Zudem ist die Schulpflege künftig ermächtigt, das Angebot der Schulsozialarbeit bei Bedarf selber zu reduzieren oder zu erhöhen.

Die Jahresrechnung 2018 hat die Gemeindeversammlung am Donnerstag einstimmig verabschiedet. Sie schloss mit einem Verlust von 9,3 Millionen Franken bei einem Aufwand von 234 Millionen und einem Ertrag von 225 Millionen Franken. «Es war ein spezielles Jahr», sagte Daniela Mosbacher (FDP) Gemeinderätin und Vorsteherin Finanzen. Einerseits war es das erste Jahr mit dem neuen Ortsteil Hirzel, andererseits das letzte mit dem alten Rechnungsmodell HRM 1. Die Rechnung schloss letztlich zwar besser als budgetiert, die Finanzvorsteherin hielt jedoch fest, dass die Gemeinde vorsichtig bleiben und Notwendiges von Wünschenswertem trennen müsse.

Erstellt: 06.06.2019, 22:21 Uhr

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