Langnau

Grünes Licht für Alterswohnungen

Im Oberdorf können 21 Alterswohnungen gebaut werden. Die Stimmbürger genehmigten an der Gemeindeversammlung den Baurechtsvertrag.

Für die Alterswohnungen sind zwei Gebäude zwischen dem Schulpavillon Wolfgraben und dem alten Schulhaus Wolfgraben geplant.

Für die Alterswohnungen sind zwei Gebäude zwischen dem Schulpavillon Wolfgraben und dem alten Schulhaus Wolfgraben geplant. Bild: Trombini, Surber & Trombini

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Nach langjähriger Planung kann der Langnauer Gemeinderat das Kapitel Alterswohnungen umsetzen. Die Stimmberechtigten haben am Donnerstag an der Gemeindeversammlung im Schwerzisaal grünes Licht für den Bau von 21 Alterswohnungen an der Wolfgrabenstrasse im Oberdorf gegeben. Der Baurechtsvertrag zwischen der Gemeinde und der Bonainvest AG wurde von den 228 anwesenden Stimmberechtigten mit grossem Mehr gutgeheissen.Die Bonainvest AG tritt als Investorin, Erstellerin und Betreiberin der Alterswohnungen auf. Handlungsfreiheit hat sie aber nicht. Die Gemeinde gibt das Land im Baurecht für 80 Jahre ab. Sie bleibt Besitzerin des Grundstückes und kann via Baurechtsvertrag Einfluss auf das Projekt nehmen, wie Finanzvorstand Reto Grau (FDP) ausführte. Insgesamt sind 21 hindernisfreie Alterswohnungen geplant im «mittleren bis gehobeneren Standard».

Preise in der Kritik

Die Gemeinde verpflichtet die Bonainvest AG dazu, die Alterswohnungen zu marktgerechten Mietzinsen zu vermieten und Vorzugsmietbestimmungen für Langnauerinnen und Langnauer zu gewährleisten. Für die 2½-Zimmer-Wohnungen ist derzeit ein Nettomietzins ab 1800 Franken vorgesehen, für die 3½-Zimmer-Wohnungen ein Mietzins ab 2350 Franken. Zudem ist im Baurechtsvertrag eine Gewerbefläche für eine Arztpraxis in einem der zwei Gebäude geplant. Die Gemeinde erhält von der Bonainvest AG laut Vertrag einen jährlichen Baurechtszins von mindestens 80 000 Franken. Die ersten Arbeiten sollen bereits in diesem Herbst beginnen. Der Bezug der Gebäude ist für Ende 2018 geplant.

Die Planung für Alterswohnungen ist mit diesem Projekt nicht abgeschlossen. In einem zweiten Schritt sollen ab 2021 ebenfalls im Oberdorf weitereAlterswohnungen direkt neben dem Wohn- und Pflegezentrum Sonnegg entstehen – dort, wo heute der Tennisclub seine Plätze hat. Der entsprechende Baurechtsvertrag läuft 2021 aus. Genau dieser Punkt sorgte für einen Rückweisungsantrag, der aber deutlich scheiterte. Christoph von Aesch und Mathias Neu kritisierten ein fehlendes Gesamtkonzept zum Thema «Wohnen im Alter», waren aber auch der Meinung, dass Alterswohnungen ins Zentrum und nicht ins Oberdorf gehören. Zwei kritische Voten aus dem Plenum kamen auch zu den geplanten Mietzinsen, die viel zu hoch seien. Bei weiteren Projekten müsse darauf geachtet werden, dass die Mietpreise tiefer seien.

Strategischer Gebäudekauf

Gutgeheissen hat der Souverän mit vereinzelten Gegenstimmen den Kauf der Liegenschaft an der Neuen Dorfstrassse 12 für 2,8 Mio. Franken. Im Gebäude im Dorfzentrum war jahrzehntelang die Drogerie Wehrli beheimatet. Mit der Geschäftsaufgabe Ende 2015 ist es nun zu Verkaufsverhandlungen zwischen dem Eigentümer Kurt Wehrli und der Gemeinde gekommen. «Die Lage ist optimal», sagte Finanzvorstand Reto Grau. An das Grundstück grenzen das Gemeindehaus und das Schulhaus Im Widmer. Die Gemeinde will das Gebäude daher als strategische Sicherung für allfällige Schulbauten oder als Provisorium für Gemeindemitarbeiter bei der anstehenden Sanierung des Gemeindehauses nutzen. Auch Alterswohnungen, Sozialwohnungen oder ein Stützpunkt für die Spitex sind möglich.

Konkrete Pläne hat der Gemeinderat indes noch nicht. Vorläufig will er die Wohnungen im Obergeschoss weiter vermieten, und auch für das Ladenlokal will der Gemeinderat einen Mieter finden, wie Grau ausführte.

Rote Rechnung

Genehmigt wurde ferner einstimmig die Jahresrechnung. Sie schliesst mit einem Defizit von 1,19 Mio. Franken. Das ist besser als budgetiert, der Gemeinderat ging von einem Minus von 2 Mio. Franken aus. Das bessere Ergebnis begründete Finanzvorstand Grau mit Sparmassnahmen, die man eingeleitet habe. Gleichzeitig sei die Gemeinde im letzten Jahr von nicht geplanten Steuereinnahmen überrascht worden, zum Beispiel bei den Grundstückgewinnsteuern und Steuern der Vorjahre.

Durchgewinkt wurde auch die Totalrevision der Verbandsstatuten des Zweckverbandes Abfallverwertung im Bezirk Horgen.

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Erstellt: 09.06.2016, 23:41 Uhr

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