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Goldpremiere und Erfolgsabstecher

Jonas Raess aus Langnau gewann an den Schweizer Meisterschaften den Titel über 5000 m. Im Zürcher Letzigrund sicherte sich Fabienne Schlumpf (TG Hütten) Silber über 800 m, und Lukas Blass von der LG Küsnacht/Erlenbach holte Bronze im Kugelstossen. Andere Athleten knackten Bestzeiten.

Der Sihltaler Jonas Raess legt im Letzigrund auf der nassen Bahn über 5000 m einen Meister-Lauf hin.
Der Sihltaler Jonas Raess legt im Letzigrund auf der nassen Bahn über 5000 m einen Meister-Lauf hin.
Ulf Schiller

Besser hätte sich Jonas Raess den Meisterschaftsauftakt kaum wünschen können. Der für den LC Regens­dorf startende Sihltaler ­gewann das 5000-m-Rennen in souveräner Manier. Seinen re­soluten Antritt nach 4800 m vermochte keiner der Widersacher auch nur annähernd zu kontern. Auf der Zielgeraden konnte sich Raess des Sieges gewiss sein und das Tempo drosseln. Das kam ihm gelegen, stand doch keine 20 Stunden später der zweite Auftritt bevor: über 1500 m, die eigent­liche Spezialdistanz des 23-Jährigen aus Langnau am Albis.

Spuren hinterliess der Einsatz dennoch. Raess hielt nach dem vom ersten Meter durch den späteren Meister Julien Wanders sehr forsch angegangenen Rennen fest: «Meine Beine sind nicht genügend frisch.» Er liess das Spitzentrio – neben Wanders der Titelverteidiger Jan Hochstrasser und Thomas Gmür – ziehen und hoffte, der eine oder andere müsse den hohen Rhythmus büssen. Dem war nicht so. Dennoch zog Raess zufrieden Bilanz: «Es ging darum, ein internationales Turnier zu simulieren, und dass ich nicht mit zwei Medaillen zurückkehre, musste ich in Kauf nehmen.»

«Spezialistinnen geärgert»

Bezüglich Medaillen(farbe) nicht die erfolgversprechende Variante wählte die Steeple-Rekordhalterin Fabienne Schlumpf. Direkt angereist aus dem Höhentraining in St. Moritz lief sie die 800 m. «Ich wollte einen Temporeiz ­setzen», sagte die Athletin der TG Hütten. Und dieser gelang mehr als überzeugend. Nachdem ihr der Einzug ins Finale souverän geglückt war, lief sie im Rennen der besten acht auf Platz 2 – zeitgleich mit den ex aequo auf Rang 3 klassierten Alexandra Bosshard und Sina Sprecher.

Lukas Blass aus Küsnacht dreht an der SM mit der Kugel auf. Archiv / Michael Trost.
Lukas Blass aus Küsnacht dreht an der SM mit der Kugel auf. Archiv / Michael Trost.

Nur die neue Meisterin, die U23-EM-Fünfte Lore Hofmann, konnte Schlumpf nicht mehr ­abfangen. «Ou, das war sehr eng», kommentierte die Zürcher Oberländerin und fügte mit einem ­Lächeln an: «Es gelang mir, die ­Spezialistinnen zu ärgern.» Von ­längerfristigem Nutzen sein wird aber die Schlussfolgerung: «Ich konnte mich als spurtstark präsentieren.» Um eine Sicherheit handelt es sich, der sie im Hinblick auf die WM von nächster Woche in London höchsten Stellen­wert beimisst. «Die un­konventionelle Disziplinenwahl dürfte sich bezahlt machen», ist die 27-Jährige überzeugt.

Blass überrascht Konkurrenz

Einmal mehr für ein SM-Resultat der Sonderklasse sorgte Lukas Blass. Der erst 21-jährige Kugelstösser von der LG Küsnacht-Erlenbach konnte sich über Bronze freuen, obwohl er nicht als Medaillenkandidat gehandelt worden war. Nach fünf der sechs Versuche belegte er mit 15,08 m den 4. Platz. Im letzten Durchgang steigerte er sich auf 15,40 m. Auf Sieger Gregori Ott büsste er 2,14 m ein, auf den zweitplatzierten Sandro Ferrari aber nur 20 cm.

Der Joner Hugo Santacruz hatte den vierten Titel in Serie über 800 m angepeilt und sich im Vorlauf mit 1:52,75 zwar für den Final qualifiziert. In diesem trat der Läufer vom LC Rapperswil-Jona aber aufgrund von Fussschmerzen nicht mehr an. Neuer Meister wurde Jonas Schöpfer (STV Sempach). Nicht wie erwartet verlief das Rennen über 400 m für Pascale Gränicher (LG Küsnacht-Erlenbach). Die Vorjahreszweite und Meisterin von 2015 wurde Fünfte. Das Spitzentrio mit Meisterin Vanessa Zimmermann (LC Zürich) knackte persönliche Bestzeiten.

Kambundji erneut sehr schnell

Über 200 m wurde Alex Wilson ein Rekordlauf in 20,23 Sekunden nicht anerkannt. Der gebürtige Jamaikaner aus Basel startete unter Protest, weil er zuvor wegen eines Fehlstarts die Rote Karte gesehen hatte. Nach dem vermeintlichen Rekordlauf wurde sein Protest abgelehnt. Somit bleiben Wilsons 20,37 Sekunden von Weinheim nationaler Rekord, und das Meisterschaftsgold gehört nicht ihm, sondern Klubkollege Silvan Wicki (Old Boys Basel).

Mujinga Kambundji setzte wie schon am Freitagabend ein Highlight. Die Bernerin gewann über 200 m in 22,42 Sekunden und verpasste den Schweizer Rekord, auch wegen des leichten Gegenwindes, um bloss 4 Hundertstel. Die nationale Bestmarke (22,38) hält seit letztem Sommer Lea Sprunger, die im Letzigrund in 22,56 Sekunden Rang 2 belegte.

Auch Stabhochspringerin Angelica Moser gelang mit 4,61 m (persönliche Besthöhe) die Hauptprobe für London. Selina Büchel trat zu einem Schnelligkeitstest über 400 m an. Sie durchmass die Bahnrunde erstmals in ihrer Karriere unter 53 Sekunden (52,97) und wurde mit Silber belohnt. Die Langhürdler Kariem Hussein und Dany Brand standen sich im Final über 200 m gegenüber. Brand war in 21,10 Sekunden der Schnellere (Hussein 21,32).

gg/sda

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