Winterthur

Fake-Juso-Kandidatur spaltet die SP

Dass die Juso absichtlich eine nicht wählbare Kandidatin für den Stadtrat aufstellte, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, wirft hohe Wellen. Längst nicht alle Exponenten der Mutterpartei heissen das Vorgehen der Jungsozialisten gut.

War für einen Tag lang sowas wie Winterthurer Stadtratskandidatin: Clara Plantiko.

War für einen Tag lang sowas wie Winterthurer Stadtratskandidatin: Clara Plantiko.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Montag hatte die Juso mit Clara Plantiko überraschend eine Kandidatin für den Winterthurer Stadtrat präsentiert. Was rund einen Monat vor den Wahlen als Last-Minute-Überraschungscoup daherkam, entpuppte sich jedoch schon bald als «Fake News».

Platinko hat keinen Schweizer Pass und ist somit gar nicht wahlberechtigt. Bloss einen Tag nach der Lancierung liess die Juso verlauten, sie habe bewusst eine falsche Kandidatur präsentiert um auf einen Missstand aufmerksam zu machen. Pikant: offenbar wusste die SP von diesen Plänen und hat sie stillschweigend goutiert.

Gräben innerhalb der Partei

Das Vorgehen der Juso wirft indes die beabsichtigten hohen Wellen. Missbrauchen die Jungsozialisten die Demokratie für ihre polemischen Spielchen? Und schaden sie mit ihrem «Jux» nicht den ernsthaften Kandidaten der Mutterpartei? Fragen wie diese werden derzeit auf den sozialen Internet-Plattformen ausgiebig diskutiert. Die Reaktionen sind so zahlreich wie divergent. Auch in der Mutterpartei, wo die unkonventionelle Aktion der Juso einmal mehr tiefe Gräben innerhalb der Partei aufwirft.

Während beispielsweise die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr alles halb so wild findet und für Toleranz plädiert...

... findet die Stadträtin Yvonne Beutler die Juso-Aktion gar nicht lustig und nimmt sie zum Anlass, um die Werbetrommel für die reformorientierte Plattform innerhalb des pragmatischen SP-Flügels zu rühren.

In die gleiche Kerbe schlägt Ständerat Daniel Jositsch. Er erntet dafür allerdings harsche Reaktionen.

Alt-Stadtpräsident Ernst Wohlwend schliesslich fordert gar eine offizielle Distanzierung der SP von der Aktion ihrer Jungpartei.

Ob eine solche folgen wird? Klar scheint– die Diskussion wird weiterhin heiss her gehen. Und damit hat die Jungpartei ihr Ziel wohl letzten Endes erreicht. (huy)

Erstellt: 07.02.2018, 12:14 Uhr

Artikel zum Thema

Juso täuschen Stimmvolk mit Fake-Kandidatur

Winterthur Die Kandidatur der Juso für die Winterthurer Stadtratswahlen war ein «Fake». Dass die SP diese Täuschung deckte, ist für Politiker anderer Parteien untragbar. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!