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Ein Sommergenuss

Er gehört mit 18 «Gault Millau»-Punkten zu den besten Kochkünstlern der Schweiz. Seit 26 Jahren führt er die Wirtschaft zum Wiesengrund in Ueti­kon. Was kocht Hans-Peter Hussong an einem gewöhnlichen Mittag im Mai für seine Gäste? Im Angebot sind unter anderem Mittagsmenüs mit zwei Gängen für 46 Franken und mit drei Gängen für 58 Franken.

Ich sitze an diesem sommerlichen Tag zusammen mit meiner Begleiterin im Garten des Wiesengrundes. Es ist beschaulich hier, und der Service bewegt sich unaufgeregt und routiniert von Tisch zu Tisch. Vom halbschattigen Platz unter der Platane verweilt der Blick auf dem lauschigen Garten mit dynamischer Eisenkunst. Ästhetik dominiert auch auf dem Teller. Ines Hussong, die Frau des Sternekochs, serviert ein kaltes Melonensüppli im Glas und dazu ein Spargelstück im Karottenmantel. In kräftigem Orange erscheinen beide Häppchen, eine Zugabe der Küche.

Auf meine Frage nach einem vegetarischen Gericht erfolgt ein spontanes Angebot von Hussong. Doch Millefeuille von roh mariniertem Thunfisch in der Speisekarte weckt meine Neugier. Die Vor­speise ist ein kleiner Turm mit sechs Lagen Thunfisch und Blätterteigrondellen und on top einer Blume. Fleur de Sel und ­Zitrone verleihen dem kleinen Kunstwerk einen würzigen und leicht salzigen Geschmack, den ich mir einen Hauch dezenter vorstellen könnte. Meine Begleiterin wählt «kalt geräucherten» Hamachi mit mariniertem Gemüse in kleinen Kugeln. Sie ist begeistert vom dezenten ­Geschmack des Sushi-Fisches. Meine Hauptspeise, Alpsteiner Stubenküken auf Champagnerrisotto: zart das Hühnchen aus dem Appenzell, sämig der Risotto, und das Frühlingsgemüse hat Biss. Eine perfekte Kombination. Der knallbunte Teller verleiht dem Gericht eine unkonventionelle Note, die im Traditionshaus überrascht. Meine Begleiterin wählt die legendären Schmorbratenravioli Hussongs. Dazu trinken wir einen Pinot noir Barrique des Uetiker Winzers Erich Meier im Offenausschank, dessen herbes Bouquet uns behagt.

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