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Der Schuss mitten in die ersehnten sechs Millimeter

Am Freitag und Samstag, 5. und 6. Mai, führte der Armbrustschützenverein Horgen das Volksschiessen durch.

Man braucht eine ruhige Hand, um auf 30 Meter Entfernung ins Ziel zu treffen.
Man braucht eine ruhige Hand, um auf 30 Meter Entfernung ins Ziel zu treffen.
Manuela Matt

«Stets auf die Wasserwaage achten», sagt Beat Lenherr an diesem sonnigen Freitagabend. Fachmännisch betreut der Vizepräsident des Armbrustschützenvereins Horgen (ASHV) zusammen mit seinen Vereinskameraden Neulinge wie Fortgeschrittene am Volkssschiessen im Schiessstand Moorschwand. Während es bereits etwas dämmert, sind die Schützen ruhig und konzentriert am Werk. Dies sei denn auch das Wichtigste, meint Jungschützenleiter Andy Fankhauser: Ruhe und Konzentration. Er weiss, wovon er spricht. Bei der Eidgenössischen Gruppenmeisterschaft 2016 auf 10 Meter erreichte er den 3. Rang.

Als Fankhauser mit dem Sport begann, lag das Mindestalter noch bei 12 Jahren – seither wurde es um zwei Jahre gesenkt. Das freut den 10-jährigen Samuel, der nun bereits ebenfalls schon mittun darf. Über einen Schulkollegen sei er dazu gekommen, meint er. Es hat im so gefallen, dass er gleich die Eltern überzeugt hat, es selber zu versuchen.

Grosse Vorteile

Frühe Formen der Armbrust wurden in der Antike sowohl im Mittelmeerraum als auch in China entwickelt, erzählt Benedikt Koch. Er war 9 Jahre Vereinspräsident und ist jetzt Ehrenmitglied des ASHV. Heute ist das Armbrustschiessen ein moderner Sport, der nahezu auf der ganzen Welt betrieben wird. Aus technischer Sicht habe die Armbrust gegenüber anderen Schusswaffen grosse Vorteile, sagt Koch. «Sie erzeugt den notwendigen Überdruck ohne Hilfsmittel wie Patronen, ist sehr leise und hat aufgrund der simplen Vektorgeometrie, die ihrer Funktionsweise zugrunde liegt, eine überragende Präzision.» Früher hatte Benedikt Koch oft mit dem Sturmgewehr im 300-Meter-Stand geschossen, doch über seine Ehefrau, eine Urnerin, kam er zum Armbrustschiessen. Und er blieb dabei, nicht zuletzt auch, weil dieser ruhige Sport es erlaube, jederzeit zu trainieren.

Outdoor wird auf 30 Meter geschossen. Der schwarze Kreis auf der Zielscheibe hat einen Durchmesser von etwas weniger als einer Handfläche, nämlich 9 Zentimeter – und der Bereich für 20 Punkte misst gerade noch sechs Millimeter. Das zeigt die ungeheure Genauigkeit dieser modernen Sportgeräte. Vereinspräsident Toni Siffert präsentiert eine Armbrust aus Holz, wie sie am Volksschiessen verwendet wird. Wie bei anderen Schiesssportarten ist die Bedienung von Zielvorrichtung und Abzug zentral. Hinzu kommt aber die Wasserwaage, erklärt er. Deren Handhabung beeinflusst in entscheidender Weise die Genauigkeit des Schützen. Sie ist gut sichtbar, wenn man durch die Zielvorrichtung blickt und muss exakt auf die Mitte ausgerichtet werden. Da beim Volksschiessen aufgelegt geschossen wird, ist das nicht so schwierig. Doch im Verein und im Wettkampf werde kniend oder stehend geschossen, ergänzt Toni Siffert, was selbstverständlich höhere Anforderungen an den Schützen stelle.

Geselliger Abend

Leider, findet Toni Siffert, werde das Armbrustschiessen stiefmütterlich behandelt. Das Volksschiessen soll der Bevölkerung die Möglichkeit geben, diesen interessanten Sport, bei dem auch das gesellige Beisammensein nicht zu kurz kommt, kennen zu lernen. Der angenehmen Atmosphäre nach dem Schiessen tut es auch keinen Abbruch, dass sich die Sonne verabschiedet und es etwas kühler wird. Im Gegenteil: Ungefähr 20 Leute geniessen die frühlingshafte und entspannte Stimmung vor dem Vereinslokal. Für jeden Schützen, der den «Spaghetti-Stich» absolviert hat, gibt es eine Portion Spaghetti.

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