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Das Kartell schweigt, die Behörden sprechen

Das Vertrauensverhältnis zwischen Behörden und Baufirmen hat wegen der jahrelangen Preisabsprachen in der Baubranche gelitten. Die öffentliche Hand will solche Kartelle verhindern – und ist trotzdem machtlos.

Im Baugewerbe waren Preisabsprachen bisher üblich, jedoch nicht erlaubt.
Im Baugewerbe waren Preisabsprachen bisher üblich, jedoch nicht erlaubt.

«Nostalgie» ist für den Bauunternehmer Hagedorn, was er und seine Kollegen seit den 1970er-Jahren in der Region trieben. Mehrere Vertreter von Baufirmen trafen sich regelmässig, um Aufträge von öffentlichen und privaten Bauherren untereinander aufzuteilen und Preise abzusprechen. Die Meilemer Hagedorn-Gruppe hatte die belastenden Unterlagen in einem roten Ordner im Unterkapitel «Nostalgie» abgelegt. 2013 wurde dieser Ordner bei einer Hausdurchsuchung durch die Wettbewerbskommission (Weko) beschlagnahmt. Die Weko büsste daraufhin acht Bauunternehmen mit einer Busse in der Höhe von fünf Millionen Franken wegen Preisabsprachen in den Jahren 2002 bis 2009. Betroffen war ein Auftragsvolumen von rund 200 Millionen Franken.

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