Zollikon

Bürger orten Unfallgefahr – die Behörden aber nicht

Ein schwerer Autounfall in Zollikerberg wirft die Frage auf, ob die Verkehrssicherheit auf der Hauptstrasse nach Binz gewährleistet ist. Nein – meinen besorgte Bürger und fordern die Ausweitung von Tempo 50. Doch Kantonspolizei und Gemeinde sehen keinen Handlungsbedarf.

Für manche Bewohner gefährlich: Die Binzstrasse Richtung Fällanden, wo nach dem Ortsende von Zollikerberg zügig Schluss ist mit Tempo 50.

Für manche Bewohner gefährlich: Die Binzstrasse Richtung Fällanden, wo nach dem Ortsende von Zollikerberg zügig Schluss ist mit Tempo 50. Bild: David Baer

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Ende Januar krachte ein Auto bei einem Überholmanöver auf der Binzstrasse zwischen Zollikerberg und Binz frontal in ein entgegenkommendes Fahrzeug. Beide Lenker wurden verletzt ins Spital eingeliefert. Der Unfall sorgte in Zollikerberg für Aufsehen. Zwei Bewohner meldeten sich mit Leserbriefen bei der ZSZ mit der Forderung an die Behörden, endlich Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation einzuleiten.

Es gebe, so der Tenor der besorgten Bürger, wegen übersetzten Geschwindigkeiten oder brüsken Bremsmanövern immer wieder Unfälle und gefährliche Situationen – auch für Fussgänger oder Velofahrer. Dies gelte insbesondere für den Streckenabschnitt zwischen dem Ortskern von Zollikerberg und dem rund einen halben Kilometer entfernten Sennhofquartier.

Bedenken von Einwohnern

Grund sei vorab, dass die Tempobeschränkung auf 50 km/h zu früh aufgehoben werde und danach 80 km/h erlaubt seien. Viele Fahrer würden daher rasch beschleunigen und müssten vor der Abzweigung ins Sennhofquartier oft wieder abbremsen. Die Behörden, so die Forderung, sollten die Risiken auf der Strecke eindämmen und die Tempo-50-Zone deshalb bis zum Sennhofquartier verlängern.

Da die Binzstrasse Kantonsstrasse ist, sind die Kantonsbehörden für allfällige Massnahmen zur Verkehrsregelung zuständig. Die Kantonspolizei sieht aber keinen Grund, am bestehenden Regime etwas zu ändern, wie sie auf Anfrage der ZSZ mitteilt.

Schuld beim Autofahrer

Die Zahl der Verkehrsunfälle auf der Binzstrasse sei in den letzten zehn Jahren vergleichsweise tief gewesen. Es habe auch wenig Verletzte gegeben – und man habe keinen Unfallschwerpunkt festgestellt, der Massnahmen erforderlich mache: «Die Situation auf der Binzstrasse ist völlig normal und unauffällig, es besteht kein Handlungsbedarf», bilanziert Mediensprecher Beat Jost. Die jüngste Kollison sei zudem eindeutig auf das Fehlverhalten eines Lenkers zurückzuführen – und nicht auf die Strassensituation. Ebenfalls keinen Grund für Interventionen der Behörden ortet die Gemeinde Zollikon.

Es gebe keine Hinweise auf eine Häufung von Unfällen auf der Binzstrasse, und eventuelle Massnahmen seien Sache des Kantons, erklärt Gemeindeschreiberin Regula Bach. Kein Thema ist die Sicherheit auf der Binzstrasse bislang für den Quartierverein Zollikerberg, wie Vize-Präsident Urs Schneider bestätigt. Anders sehe es mit dem Sennhofquartier selber aus, wo die Gemeinde jedoch bereits Massnahmen zur Verkehrsberuhigung ergriffen habe, etwa mit einer Tempobeschränkung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.02.2018, 13:56 Uhr

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