Blutiger Taliban-Angriff auf US-Militärbasis

Im Norden Afghanistans sind nach der Detonation zweier Autobomben acht Menschen getötet und 73 verletzt worden.

Unter den Toten befinden sich zwei Zivilisten: Sicherheitskräfte treffen am Tatort ein. Foto: Keystone

Unter den Toten befinden sich zwei Zivilisten: Sicherheitskräfte treffen am Tatort ein. Foto: Keystone

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Bei einem Angriff nahe dem US-Militärstützpunkt Bagram in Afghanistan sind nach Angaben des Innenministeriums acht Menschen getötet und 73 verletzt worden. Den Angriff reklamierten die militant-islamistischen Taliban in einer Stellungnahme für sich.

Ziel der Attacke am Mittwochmorgen sei eine noch im Bau befindliche medizinische Einrichtung gewesen, teilte der Gouverneur des bei Kabul gelegenen Bezirks Bagram, Abdul Kudosi, mit. Die Angreifer hätten zunächst zwei Autobomben gezündet und seien dann auf das Gelände der Einrichtung gelangt, die für die afghanische Bevölkerung in der Gegend gebaut werde.

Zwei der Toten sind nach Behördenangaben afghanische Zivilisten. Ein Sprecher des Innenministeriums teilte am Abend (Ortszeit) mit, dass die Kämpfe beendet und sechs Angreifer getötet worden seien.

Auch fünf georgische Soldaten seien leicht verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Tiflis mit. Bei den übrigen Verletzten handelt es sich nach Angaben von Gouverneur Kudosi um Zivilisten.

Scharfe Kritik von US-Aussenminister Pompeo

US-Aussenminister Mike Pompeo verurteilte den «koordinierten Terroranschlag» auf das Schärfste. «Die Menschen in Afghanistan verdienen es, dass diese sinnlosen Gewalttaten ein Ende haben», sagte er in Washington vor Journalisten. Das Gebäude, das für die Afghanen wieder aufgebaut werden sollte, sei bei dem Angriff erheblich beschädigt worden.

Der Angriff sei von afghanischen Einheiten und Kräften der Koalition abgewehrt worden, sagte ein Sprecher der Nato-Mission «Resolute Support». Der Stützpunkt Bagram sei nicht in Gefahr gewesen.

US-Soldaten seit 2001 in Afghanistan

Die Luftwaffenbasis Bagram, rund 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul gelegen, ist der grösste Stützpunkt der Koalitionstruppen in Afghanistan und zugleich das Hauptquartier des US-Militärs im Land.

Der Krieg in Afghanistan ist der längste in der Geschichte der USA - seit 2001 sind amerikanische Soldaten in dem Land. US-Präsident Donald Trump verspricht immer wieder, die «endlosen Kriege» zu einem Abschluss zu bringen.

Erst am Samstag hatten die USA und Vertreter der Taliban im Golfemirat Katar ihre Gespräche über Wege zu Frieden offiziell wieder aufgenommen. Beobachter zweifeln allerdings daran, dass sich die Taliban rasch auf einen umfassenden Waffenstillstand einlassen. (step/sda)

Erstellt: 11.12.2019, 22:49 Uhr

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