Fussball

Auf die Enttäuschung folgt die Überzeugung

Die erste Saisonhälfte verlief für Thalwil unbefriedigend. Das Erstliga-Team ist Tabellenletzter der Gruppe 3. Doch die Vereinsführung glaubt, dass Trainer Sergio Dias den Turnaround mit der Equipe schafft.

Wirkt konsterniert, ist aber weiterhin zuversichtlich: Coach Sergio Dias will den FC Thalwil nächstes Jahr aus dem Tabellenkeller zum Klassenerhalt führen.

Wirkt konsterniert, ist aber weiterhin zuversichtlich: Coach Sergio Dias will den FC Thalwil nächstes Jahr aus dem Tabellenkeller zum Klassenerhalt führen. Bild: Michael Trost

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Jede Saison muss sich der FC Thalwil von Neuem in der 1. Liga behaupten. Die Grün-Weissen sind es sich gewohnt, unter dem Tabellenstrich zu überwintern. Diesmal müssen sie dies gar als Schlusslicht der Gruppe 3, allerdings nicht abgeschlagen. Sechs Punkte beträgt ihr Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze.

Mit Trainer Marco Bolli waren die Thalwiler dürftig in die aktuelle Spielzeit gestartet. Nach sechs Runden, in denen nur vier Punkte resultierten, zog die Vereinsleitung die Reissleine und stellte den Coach frei. Die 0:4-Heimpleite gegen Höngg hatte sie dazu bewegt. Am 16. September übernahm Sergio Dias das Zepter – einen Tag nachdem dem Team unter Assistent Muhamed Mustafa ein 5:0-Auswärtserfolg gegen die Reserven des FC St. Gallen gelungen war.

Weit hinter den Erwartungen

Resultatmässig brachte der Trainerwechsel wenig. «Aber spielerisch», betont Vereinspräsident Roger Leutwyler. Tatsächlich ging ein Ruck durch die junge Mannschaft, die im Sommer neu zusammengestellt worden war. Doch sie musste weiter unten durch. Nach drei unglücklichen Niederlagen in der Meisterschaft und einem Erfolgserlebnis in der ersten Cuprunde (6:4 nach Penaltyschiessen gegen Höngg) blickte Coach Dias optimistisch den drei wichtigen Direktduellen entgegen: «Wir werden gewinnen.» Doch der FCT holte nur einen Punkt in Gossau (1:1) und musste sich Balzers (1:3) sowie Eschen/Mauren (0:1) beugen.

Mit einer 0:2-Heimniederlage gegen Leader Tuggen ist die Equipe letzten Samstag in die Rückrunde gestartet. Nach der Partie zeigt sich Präsident Leutwyler enttäuscht über die erste Saisonhälfte. «Wir sind mit an-deren Erwartungen gestartet», gesteht er ein. Von einem Platz im Mittelfeld hatte im Sommer auch Sportchef Dimitirs Demiros gesprochen. Leutwyler nennt einen Grund, weshalb daraus nichts wurde: «Die Saisonvorbereitung war ungenügend.» Dies müsse Dias nun in der Winterpause wettmachen.

Sportchef sucht Knipser

Seit der Kilchberger die Mannschaft betreue, harmoniere sie wesentlich besser, gibt der Clubvorsteher zu bedenken. Doch ihr fehlt vor allem einer, der Tore schiesst. Lediglich 16 Treffer haben die Thalwiler in 14 Meisterschaftsspielen erzielt. Der verletzungsbedingte Ausfall von Mittelstürmer Alessio D’Angelo wiegt schwer. Sportchef Demiros ist dies nicht entgangen. Er sucht bereits nach offensiver Verstärkung für die zweite Saisonphase. «Ein Knipser» soll her. Dazu allenfalls ein Verteidiger – «wenn, aber nur einer, der Erstliga-Erfahrung hat», ergänzt Demiros.

Ruhe bewahren und an den Klassenerhalt glauben, lautet die Devise im FC Thalwil. Der Präsident hat die Worte «Never give up» in Grossbuchstaben vor der Teamgarderobe angebracht. Leutwyler ist überzeugt: «Dias wird die Mannschaft bestens auf die Rückrunde vorbereiten, dann kommt es gut.» Am Trainer gebe es jedenfalls nichts zu rütteln. «Wir schaffen mit ihm den Ligaerhalt – oder gehen unter.» Zweiteres Szenario treffe allerdings gar nicht erst ein. «Wir werden nicht absteigen, das unterschreibe ich heute», gibt sich Leutwyler kämpferisch.

«Finden zum Loch hinaus»

«Die Meisterschaft geht noch lang, es ist noch gar nichts entschieden», hebt denn auch der Coach hervor. Seine Überzeugung begründet der 42-jährige Klichberger damit, dass die Mannschaft spielerisch auf gutem Weg sei. «Nur resultatmässig leider nicht.» Doch Thalwil könne noch lange nicht abgeschrieben werden.

Seine Mentalität und sein Optimismus hat er bereits auf die Spieler übertragen. «In der Winterpause liegt zwar viel Arbeit vor uns. Aber wenn wir so weitermachen, finden wir zum Loch hinaus», sagt Mittelfeldakteur Tim Cerjak selbstbewusst. Den Leitspruch des Präsidenten nehmen sich alle zu Herzen, bei Heimspielen gibt sogar die Speakerin via Lautsprecher «Never give up» durch. «Alle werden alles unternehmen, damit wir oben blieben», unterstreicht Leutwyler abschliessend.

Erstellt: 12.11.2019, 18:55 Uhr

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