Zollikon

100 bewegte Jahre im Turnsport

Die Männerriege Zollikon blickt auf ein Jahrhundert Vereinstätigkeit zurück. Eine Festschrift zeigt, wie sich der Verein verändert hat.

In ihrer Gründungszeit (links) bot die Männerriege Zollikon einen gänzlich anderen Anblick als heute. Schieben Sie den Regler hin und her um die beiden Bilder zu vergleichen. pd

Auf der Einladung zu 100. Generalversammlung der Männerriege Zollikon vom kommenden Freitag im Restaurant Trichtenhausermühle in Zollikerberg steht auf der Traktandenliste unter Punkt 5: «Jahresbericht des Präsidenten». Johnny Rubin, der den Verein seit acht Jahren präsidiert, hält fest: «Ich werde nochmals das Jubiläumsjahr Revue passieren lassen.»

Dessen Höhepunkt war der Galaabend am 18. Mai im Gemeindesaal Zollikon. Das Festmenü wurde zwischen der Speisenfolge mit einer Turnshow, Ehrungen und einer Ansprache des Gemeindepräsidenten Sascha Ullmann (GLP) aufgelockert. Rubin hielt die Begrüssungsrede und sprach über Werte, die er vielleicht am Freitagabend wieder aufgreift. Dass man im Sport lernt, ohne Überheblichkeit zu gewinnen und ohne Niedergeschlagenheit zu verlieren. Dass man aber auch zur Männerriege Zollikon Sorge tragen muss, damit für den Verein mit über 60 Mitgliedern die Kontinuität erhalten bleibt.

«Wir hätten gerne jüngere Mitglieder bei uns.»Johnny Rubin Präsident, Männerriege Zollikon

Eine Bestandesaufnahme zeigt, dass das Durchschnittsalter der Senioren bei rund 65 Jahren liegt. Mit 85 Jahren ist Renato Niederer der Doyen, mit 49 Jahren Daniel Häring der Jüngste in der Riege, die eine Untersektion des Turnvereins Zollikon ist, aber über eigene Statuten und eine eigene Vereinskasse verfügt. «Wir hätten gerne jüngere Mitglieder bei uns», sagt Rubin. «Doch im Alter zwischen 30 und 40 Jahren ist man beim Turnverein aktiv.» Für die Zukunft wäre es wünschenswert, wenn Alt und Jung in der Riege zusammenfinden würden.

Am Anfang war die Tat

In seiner Rede am Galaabend hob Rubin die geleistete Arbeit von Stefan Philipp für das Erstellen der Jubiläumsschrift hervor. Der ehemalige Oberturner beschäftigte sich mit den letzten 25 Jahre der Vereinsgeschichte. Den Verlauf der ersten 75 Jahre schilderten frühere Chronisten. Unter dem Titel «Am Anfang war die Tat» heisst es: «Am 16. Oktober 1919 fand die Gründungsversammlung in der Turnhalle Buechholz statt.» In den Statuten wurde vermerkt: «Die Männerriege bezweckt die Pflege und Förderung des Turnens und die Kameradschaft unter den Mitgliedern.»

Zum Turnbetrieb schrieb der allererste Präsident der Riege, Oskar Gattiker, dass dieser so gestaltet würde, sodass jedermann daran teilnehmen könne. In der ersten Eintragung im Kassabuch vom 6. November 1919 ist unter «Einnahmen» vermerkt: «6 Völkerbälle à 20 Rappen sind 1.20 Franken». Völkerball galt damals als Turnspiel, das Verliererteam musste pro Spieler einen Obolus von 5 Rappen in eine sogenannte Vergnügungskasse entrichten.

Eine Frau als Trainerin

Völkerball wurde in der bunt zusammengewürfelten Gruppe mit zum Teil pensionierten Handwerkern, Informatikern, Lehrern und Unternehmern längst durch Faustball ersetzt. Auch Fitness, Gymnastik und weitere Spielformen stehen – ausgenommen während den Schulferien – immer am Mittwochabend in der Turnhalle Buechholz auf dem Programm.

Nicht alltäglich unter Männerriegen ist, dass mit Corinne Wettstein eine Frau die Zolliker Senioren unter ihre Fittiche nimmt. «Als Vorturnerin bietet Corinne Wettstein ein vorzügliches Turnen an», sagt Rubin. Der Präsident wird ihr an der Jubiläums-Generalversammlung ein Kränzchen winden.




Erstellt: 05.11.2019, 16:25 Uhr

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