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Neue Tesla-Fabrik: Ein Scheitern wäre ein «katastrophales Signal»

Der geplante Bau bei Berlin könnte wegen Umweltschützern vor dem Aus stehen. Die deutsche Wirtschaft schlägt nun Alarm.

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Vorerst fertig mit dem Abholzen: Umweltschützer haben einen Baustopp in der Nähe Berlins erwirkt. (Keystone/Patrick Pleul/Februar 2020)
Vorerst fertig mit dem Abholzen: Umweltschützer haben einen Baustopp in der Nähe Berlins erwirkt. (Keystone/Patrick Pleul/Februar 2020)

Der US-Konzern Tesla will in Grünheide im Bundesland Brandenburg eine Fabrik erstellen, in der bis zu 500'000 Elektro-Autos pro Jahr produziert werden können. Die ersten Wagen sollen bereits 2021 vom Band rollen. Das ist den Amerikanern mit ihrem exzentrischen Boss Elon Musk eine Investition von mehreren Milliarden Franken wert.

Nun könnte aber das grosszügige Projekt, das mehreren Tausend Arbeitnehmern einen Job bieten würde, vor dem Aus stehen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat Ende der vergangenen Woche die Rodungen für das geplante Werk vorläufig gestoppt. Der Grund dafür war eine Beschwerde der Gruppierung Grüne Liga, die moniert, dass eine Genehmigung fehlt.

Nun befürchten nationale und lokale Wirtschaftskreise, dass die Fabrik am Ende nie gebaut wird und dass dies Konsequenzen für die ganze Nation hätte. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) warnte angesichts des Rodungsstopps vor einem Scheitern des Projekts. «Die Tesla-Fabrik ist ein Leuchtturmprojekt im Sinne des Wortes», sagte Verbandspräsident Mario Ohoven am Dienstag dem deutschen «Handelsblatt». «Scheitert das Projekt an Bürokratie und Überregulierung, wäre das ein katastrophales Signal des Standortes Deutschland an ausländische Investoren.»

Unterstützung erhält Ohoven von namhaften Politikern. Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) macht sich für ein schnelles Bauen der Fabrik stark. «Der Bau des Tesla-Automobilwerks in Brandenburg ist von grosser Bedeutung für mehr Klimaschutz und eine der wichtigsten Industrieansiedlungen in den neuen Ländern seit langer Zeit», erklärte er deutschen Medien. Das Land könne bei diesem Projekt beweisen, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze seien und es möglich sei, wichtige Projekte ähnlich schnell wie in anderen Ländern zu planen und zu bauen. FDP-Chef Christian Lindner meinte, er sehe «mit Sorge, dass wir bei Grossprojekten in Deutschland allzu oft auf die Bremse treten».

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) wies bei Spiegel.de darauf hin, dass Tesla weniger als zwei Monate nach Einreichung der Unterlagen eine Zulassung für einen vorzeitigen Rodungsbeginn erhalten habe.

Wie auch immer die Gerichte in naher Zukunft entscheiden: Der ehrgeizige Fahrplan des Projekts kann kaum noch eingehalten werden.

(REUTERS)

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