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Nach Verlust im ersten QuartalNationalbank macht 800 Millionen Franken Gewinn

Die Schweizerische Nationalbank hat sich von der Delle wegen Corona erholt. Vor allem der Goldpreis half.

SNB-Chef Thomas Jordan.
SNB-Chef Thomas Jordan.
Foto: Anthony Anex/Keystone

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im ersten Halbjahr leicht positiv abgeschnitten. Auf ein sehr schwaches erstes Quartal folgte ein sehr gutes zweites Jahresviertel. Vor allem die Entwicklung des Goldpreises half der SNB in die schwarzen Zahlen.

Konkret weist die SNB für die Periode von Januar bis Juni 2020 einen Gewinn von 0,8 Milliarden Franken aus, wie sie am Freitag mitteilte. Im ersten Quartal hatte wegen des schwierigen Börsenumfeldes infolge der Corona-Pandemie ein Verlust von 38,2 Milliarden resultiert, die Erholung der Börsen und der Anstieg des Goldes führten für die Periode von April bis Juni dann zu einem Plus von 39,0 Milliarden.

Während bei den Fremdwährungspositionen im Semester ein Verlust von 6,8 Milliarden resultierte, gab es auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand einen Bewertungsgewinn von 7,1 Milliarden. Auf den Frankenpositionen erzielte die Notenbank ein Plus von 0,6 Milliarden, das im Wesentlichen aus den Negativzinsen auf Girokontoguthaben resultierte.

Die SNB betonte wie üblich, dass ihr Ergebnis überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen und Kapitalmärkte abhängig ist. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse vom Zwischenergebnis auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

Im Gesamtjahr 2019 etwa hatte die SNB aufgrund des freundlichen Finanzmarktumfeldes einen Gewinn von 49 Milliarden Franken erzielt, 2017 waren es gar über 54 Milliarden gewesen und 2016 über 24 Milliarden. In den Jahren 2018 oder 2015 war das Bild hingegen umgekehrt. Da mussten die hiesigen Währungshüter Verluste von knapp 15 Milliarden bzw. von über 23 Milliarden ausweisen.

SDA

17 Kommentare
    Claire Deneuve

    Dass die SNB ihren Verlust von Q1 wieder vollständig ausbügeln konnte, haben wir im wesentlichen auch den 5 "bösen Oligopolbuben": Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Tim Cook, Sundar Pichai und auch Bill Gates zu verdanken.

    Während bei der Börsenbaisse im März die SNB jene Positionen zurückfahren musste und verkauft hat um den Aktien/USD Anteil am Gesamtportfolio auch zu reduzieren, passierte nach dem Rebound genau das Gegenteil, die USD Position expandierte von 280.6 Mrd US$ per Q1 auf 321.5 Mrd per Q2 und infolge dessen kaufte die SNB auch wieder in grossem Stile FAANMG Aktien, die outperformten im 2. Quartal und einige Mrd zum Rebound beitrugen.

    Der Kongress hat die Jungs zwar neulich versucht zu "grillen", aber die haben nur nett und artig was von amerikanischen Aufsteigergeschichten erzählt, halt so die üblichen "American Dream" Stories und dürften mal für eine Weile nicht mehr zu stark belästigt werden, da sie ja allesamt Besserung gelobten. Den Aktienkursen hat dieses kleine Grillfest auf jeden Fall nicht geschadet.

    Und auch der US$ Zerfall seit 30.6. sollte die SNB nicht all zu sehr beunruhigen, das sind aktuell erst um die 11 Mrd FX-Verluste auf den US$ seit dem 30.6.