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Krippe-Leitung meldet sich zu WortVorfall in Allschwil: Mutmasslicher Kinderschänder angeklagt

Ein ehemaliger Angestellter einer Kinderkrippe in Allschwil hat mutmasslich mit mehreren Kindern sexuelle Handlungen vollzogen. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Untersuchung abgeschlossen – nun meldet sich die Leitung der Krippe zu Wort.

Symbolbild eines Mittagstisches.
Symbolbild eines Mittagstisches.
Foto: Dominique Meienberg

Die Liste der Anklagepunkte, welche die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am Dienstag publik machte, zeigt Schreckliches auf. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache Schändung, mehrfache Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und mehrfache Pornografie: Das alles wirft die Baselbieter Staatsanwaltschaft dem Mann vor, der im vergangenen Jahr in einer Kinderkrippe in Allschwil angestellt gewesen war. Die Strafuntersuchung gegen den 36-jährigen Deutschen ist abgeschlossen. «Wir haben vergangene Woche die Anklage beim Strafgericht überwiesen», bestätigt Michael Lutz, Sprecher der Baselbieter Staatsanwaltschaft, gegenüber der BaZ. Der Beschuldigte befindet sich derzeit in Haft. Der Termin der Hauptverhandlung am Baselbieter Strafgericht steht noch nicht fest.

Es handelt sich dabei um den Fall, der im Dezember letzten Jahres publik wurde und der für grosse Bestürzung in der Region sorgte. Wie die BaZ damals aufzeigte, handelt es sich beim Angeklagten um den ehemaligen Betriebsleiter einer Krippe der schweizweiten Kita-Kette Globegarden. Der mutmassliche Täter war dabei erst kürzlich im Amt gewesen. Wie die BaZ im Zuge der Recherche erfuhr, war er erst am 1. April 2019 eingestellt worden. Dies im Rahmen der Übernahme des Standorts an der Steinbühl-Allee in Allschwil durch die Trägerschaft Globegarden. Die Trägerschaft veröffentlichte am Dienstag eine Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen im Fall, in der sie betonte, dass die Meldung der Staatsanwaltschaft erneut grosse Betroffenheit ausgelöst und dass die Sicherheit der Kinder oberste Priorität habe. Kindern, Eltern und Mitarbeitenden seien zudem umgehend eine pädagogische Fachberaterin und ein Notfallpsychologe zur Seite gestellt worden.

Es sprach nichts gegen eine Anstellung

Globegarden führt in der Stellungnahme weiter aus, dass die Bewerbung des mutmasslichen Täters im Mehraugenprinzip geprüft und ein Strafregisterauszug eingeholt worden sei. Es habe zum Zeitpunkt der Anstellung des mutmasslichen Täters, so Globegarden, keine Punkte gegeben, die gegen ein berufliches Engagement gesprochen hätten.

Globegarden hat auf den Vorfall reagiert: Als zusätzliche Massnahme wurde kürzlich eine unternehmensweite Fachleitung zur Prävention von sexueller Gewalt geschaffen, bei der sich im Verdachtsfall Eltern
und Mitarbeitende melden können. Darüber hinaus verweist Globegarden auf einen Verhaltenskodex,
den alle Mitarbeitenden unterzeichnen müssen.

10 Kommentare
    Roger Holzer

    Ob man das politisch korrekt empfindet oder nicht: Ich würde meine Kinder niemals von einem Mann betreuen lassen. Meine persönlichen Erfahrungen mit Männern in der Kinderbetreuung reichen von phantastisch bis grottenschlecht. Ich habe einfach kein gutes Gefühl dabei. Und das kann mir niemand nehmen. Ich weiss wovon ich rede. Ich bin mehrfacher Vater.