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Mirjam Panzer zum Ausgang der Wahlen in Richterswil.

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Die Richterswiler haben einen der Ihren zum Gemeindepräsidenten gewählt. Denn Marcel Tanner (FDP) ist ein Ur-Richters­wiler. Im Dorf aufgewachsen, im Dorf das eigene Baugeschäft, im Dorf in der Feuerwehr, im Dorf in diversen Vereinen. Im Gemeinderat seit acht Jahren. Der 40-jährige Tanner ist bekannt. Und geniesst durch seine Verwurzelung offensichtlich das Vertrauen der Stimmbürger. Denn mit 1352 Stimmen wählten sie ihn gestern mit einem Glanzresultat an ihre politische Spitze.

Dem einen oder anderen Beobachter des Wahlkampfs mag sich in den vergangenen Monaten ab und an die Frage aufgedrängt ­haben, ob Tanners Kontrahent Hansjörg Germann (CVP) je eine realistische Chance für das Präsidialamt hatte. Sein Wahlergebnis mit lediglich 803 Stimmen spricht eine deutliche Sprache. Denn Wurzeln in Richterswil hat Germann keine. Er lebt seit 17 Jahren im Dorf. Ein Vereinsmann ist er ebenfalls nicht. Und seine Brötchen verdient er anderswo, ausserhalb der Grenzen Richterswils.

Zweifelsfrei wäre Germann für das Amt ebenfalls qualifiziert ­gewesen. Als bisheriger Leiter Planen und Bauen hat er vertiefte Dossierkenntnisse der Gemeinde. Als Banker hätte er den Fokus auf die Finanzen sicherlich nicht vernachlässigt. Er ist engagiert und ein regelrechtes Zugpferd. Aber eben: Manch einer mag sich wohl gefragt ­haben: Wer ist dieser Hansjörg Germann überhaupt?

Der Ausgang der Wahlen in Richterswil zeigt deutlich, dass die Wähler lieber auf Altbewährtes zurückgreifen, als sich auf jemand Neues einzu­lassen. Marcel Tanner wird sich ebenfalls mit vollem Einsatz für die Gemeinde einsetzen, das ist sicher. Und es wird sich zeigen, ob er es schaffen wird, als ehemaliger Finanzvorstand den Fokus für die übrigen Geschäfte der Gemeinde nicht aus den Augen zu verlieren.

Erstellt: 16.04.2018, 09:16 Uhr

Mirjam Panzer, Redaktorin Zürichsee-Zeitung. (Bild: Archiv ZSZ)

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