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Die Zeit ist reif für ein Parlament

Wenn die Horgner am 17. November über die Einführung eines Parlaments entscheiden, ist das eine historische Chance. Sie können aus einer veralteten Tradition ein modernes Politsystem machen.

MeinungDaniel Hitz

Es ist nicht einfach, Abschied von liebgewordenen Traditionen zu nehmen. Da ist es wenig überraschend, dass die Initiative von SP-Co-Präsident Alfred Fritschi für Emotionen sorgt. Schliesslich will er die Horgner Gemeindeversammlung abschaffen und an ihrer Stelle ein Parlament einführen. Bei manchen weckt das Verlustängste. Die Gemeindeversammlung gehöre zur Horgner Kultur, hört man die Gegnerschaft argumentieren. Das mag in den Augen jener verdienstvollen Bürger stimmen, die regelmässig an den Gemeindeversammlungen teilnehmen. Das sind allerdings nur zwei bis drei Prozent aller Stimmbürger. Die restlichen 97 Prozent scheinen sich von dieser Tradition nicht angesprochen zu fühlen.

Da sind wir bereits beim Kernproblem der Gemeindeversammlung. Die Teilnahme ist marginal, die Repräsentativität der 23000 Einwohnern ungenügend. Mit der Eingemeindung des Hirzels hat sich diese Problematik noch verstärkt. Gerade Jüngere bleiben den Versammlungen fern. Dies untermauerte Politikwissenschaftler Daniel Kübler an einer Veranstaltung im September. Die Jungen dürften sich inmitten der alteingesessenen Horgner unwohl fühlen. Zudem ist eine Wahl in den jetzigen Gemeinderat schwierig für jemanden, der in der Gemeinde nicht gut vernetzt ist. Die Wahl in ein Parlament mittels Proporzsystem ist einfacher. So bietet ein Gemeindeparlament Jungen ein Sprungbrett in die Politik. In den Parlamenten von Adliswil und Wädenswil amtieren einige Parlamentarier unter 40 Jahren. Einige gar unter 30.

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