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Vertrauensbeweis auf dem See

Conradin Knabenhans zu den guten Passagierzahlen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft.

Der Zuschlag ist weg, die Passagiere sind wieder da. Und wie. 2018 ist für die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft eine der besten Sommersaisons seit Jahren. Ein stärkeres Zeichen hätte die Bevölkerung nicht setzen können, um zu zeigen, was sie vom Schiffsfünfliber in der Saison zuvor gehalten hat. Der gigantische Unterschied bei den Passagierzahlen 2017 und 2018 macht es deutlich: Das überdurchschnittliche Wachstum kann nicht nur am Wetter gelegen haben. Das beweist auch ein Satz, den das ZSG-Personal nach der Abschaffung des Schiffünflibers in diesem Jahr immer wieder gehört hat: «Jetzt kommen wir wieder.»

Die Rückkehr der Passagiere ist ein Schuss vor den Bug jener Politiker, die einem zweifelhaften Sparwahn verfallen waren und den Schiffsfünfliber als vertretbare Massnahme sahen, um den Kostendeckungsgrad der ZSG zu erhöhen. Finanziell mag das 2017 aufgegangen sein, langfristig hätte es aber dem Schifffahrtsunternehmen die Lebensgrundlage entzogen. Gut, dass der Regierungsrat den Unsinn kurz vor der Saison 2018 gestoppt hat.

Dass die ZSG nun Massnahmen trifft, um ihre finanzielle Lage zu verbessern, ist richtig. Und die Bevölkerung zeigt mit den zahlreichen Fahrten auf dem See in diesem Jahr deutlich, wie sehr sie das Angebot eigentlich schätzt. Das Schifffahrtsunternehmen – und die Geldgeber von Kanton und Zürcher Verkehrsverbund – müssen nun mit diesem Vertrauensbeweis sorgsam umgehen. Die zukünftige Entwicklung des Fahrplans und des Angebots muss unbedingt im Dialog mit der Bevölkerung passieren. Denn eine zweite so heftige Diskussion wie jene um den Schiffsfünfliber kann sich weder die ZSG noch die Politik leisten.

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