Kommentar

Mit einem blauen Auge davongekommen

Regula Lienin zum Breitlen-Entscheid in Hombrechtikon.

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Im Herbst 2015 stand der Gemeinderat Hombrechtikon vor einem Scherbenhaufen. Er hatte viel gewagt – und verloren. Sein Vorschlag für den Neubau des Alterszentrums Breitlen in Eigenregie scheiterte. Mit einer Wahlbeteiligung von 55,2 Prozent lehnten die Hombrechtiker das 51 Millionen Franken teure Neubauprojekt ab. Aus diesem Debakel hat der Gemeinderat gelernt. Für den Urnengang von gestern legte er den Stimmberechtigten mit der Privatisierung und der Eigenständigkeit zwei Varianten vor. Als Gewinnerin geht die Behörde aber auch dieses Mal nicht hervor.

Mit plausiblen Argumenten hat der Gemeinderat die Variante Privatisierung forciert. Das wohl gewichtigste Stichwort dabei: das finanzielle Risiko, das die Gemeinde hätte abgeben können. Mit der Prime Site Immobilien und deren Schwesterunternehmen Tertianum standen Partner zur Verfügung, die sich glaubwürdig vorgestellt haben. Nicht nur finanzielle Gründe sprachen für die Privatisierung: Auch die Aus- und Weiterbildungsmöglicheiten für das Personal – und nicht zuletzt die Demenzabteilung –wären ein Plus gewesen.

Dass es trotz gut ausgearbeiteter Lösung nicht wie gewünscht geklappt hat, hat sich der Gemeinderat auch selber zuzuschreiben. Er schaffte es nicht, Vorurteile aus dem Wege zu räumen. Die vorberatende Gemeindeversammlung entschied er zwar für sich. Das Terrain für seine anvisierte Lösung hat er damit aber offensichtlich nicht geebnet. Immerhin steht er dieses Mal nicht vor einem Scherbenhaufen. Aber ein blaues Auge trägt er trotzdem davon. (Züritipp)

Erstellt: 11.06.2018, 08:35 Uhr

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Regula Lienin, Redaktionsleiterin Ausgabe Meilen

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