Kommentar

Klärung tut not

ZSZ-Redaktorin Sibylle Saxer zum missratenen Diskussionsabend über das Kilchberger Zentrums-Projekt.

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Die Frage, wie Kilchbergs Zentrum beim Bahnhof künftig aussehen soll, bringt viele Kilchberger dazu, sich aktiv in die Diskussion einzubringen, sei es in den Strassen Kilchbergs, sei es in den sozialen Medien oder in den Leserbriefspalten. Das ist erfreulich. Weniger erfreulich ist, dass Befürworter und Gegner des Gestaltungsplans Bahnhofstrasse nach wie vor Mühe haben, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Vor diesem Hintergrund war es eine gute Idee, zu einem gemeinsamen Diskussionsabend einzuladen. Dieser hat stattgefunden, es wurde auch durchaus engagiert diskutiert, doch die Befürworter blieben fern. Darum ist das Vorhaben bei allem guten Willen gründlich schief gegangen. Fragt sich: Warum? Ganz einfach: Mit der EVP hat der falsche Akteur eingeladen. Es wäre, mit Verlaub, am Gemeinderat gewesen, noch einmal die Hand auszustrecken. Nicht an der Kleinpartei, deren Rolle in der ganzen Debatte nicht klar ist mit dem Wechsel von der Befürworterin zur Gegnerin zur Brückenbauerin.

Der Gemeinderat und mit ihm die grossen Parteien Kilchbergs stellen sich auf den Standpunkt, die Zeit der Diskussionen sei vorbei. Formell mag das stimmen. Seit zehn Jahren hat sich der Gemeinderat für die Zentrumsentwicklung eingesetzt, und damit ist nur die aktuelle Planungsrunde gemeint. Es gab einen Informationsabend, es gab die Möglichkeit, Einwendungen zu machen, ein Teil davon wurde berücksichtigt. So gesehen ist die Vorlage reif für die Abstimmung. Das Erfüllen der formalen Kriterien genügt in diesem für Kilchberg so wichtigen Fall aber nicht. Der Gemeinderat vermittelt den Anschein, er habe seine Pflicht erfüllt. Das hat er, und mehr als das. Aber Überzeugungsarbeit müsste er auch leisten. Sonst droht ein Scherbenhaufen. Denn die Gegner sind mit Herzblut dabei.

Eine klärende Diskussion im Vorfeld der Abstimmung hat nicht stattgefunden. Klärung wird nun erst der Abstimmungssonntag vom 25. November bringen. Dass da alles möglich ist, hat das knappe Resultat an der Gemeindeversammlung im September gezeigt.

Erstellt: 09.11.2018, 17:30 Uhr

Sibylle Saxer, Redaktorin

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