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Die Schatten der Jahrtausendwende

Sportredaktor David Bruderer zur Tatsache, dass der Trainer der Lakers Stäfa, Ferenc Panczel, seinen Vertrag nicht verlängern wird.

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Sportlicher Ehrgeiz steht jedem Trainer gut an – genauso das verantwortungsvolle, nachhaltige Wirtschaften einem Verwaltungsrat. Die entsprechende Prioritätensetzung kann jedoch zu Konflikten führen, wie dies bei den Lakers Stäfa offenbar wurde. Ferenc Panczel hat in den vergangenen zwölf Monaten seit seinem Wechsel über den Zürichsee auf dem Frohberg zweifelsohne gute Arbeit geleistet. Er hat aus einer verunsicherten Truppe ein vor Selbstvertrauen strotzendes NLB-Spitzenteam geformt. Das ist dem ambitionierten Ungar aber zu wenig.

Prall gefüllte Schatullen hätte Panczel an der Goldküste erwartet. Trotz sportlichem Erfolg und steigenden Zuschauerzahlen drehten die Verantwortlichen den Geldhahn aber nicht auf. Das hat einen guten Grund. Das Gros der Stäfner Entscheidungsträger erlebte vor knapp 20 Jahren den Beinahekollaps des Vereins aus nächster Nähe mit.

In der zweiten NLA-Saison der Klubgeschichte gab Stäfa zu Beginn des 21. Jahrhunderts über eine Million Franken aus, nahm aber nur gut eine halbe ein. Das Loch, das den Konkurs des Gesamtvereins zur Folge gehabt hätte, stopfte Andy Rihs. Seither werden auf dem Frohberg kleinere Brötchen gebacken. Das Fanionteam soll primär mit selbst ausgebildeten Spielern bestückt werden. Dass der Dorfverein mit dieser Philosophie derzeit nicht in die Nationalliga A gehört, ist die logische Konsequenz.

Die Wahl der neuen Crew birgt allerdings auch Risiken. Philipp Seitle mag ein begnadeter Handballer sein, als Trainer muss er sich erst noch beweisen. Und Mike Felder, sein Assistent und Coach in spe, ist diesbezüglich ebenfalls noch ein Greenhorn und zudem deutlich jünger als gestandene Spieler wie Nicola Brunner, die er nächste Saison wird führen müssen.

Erstellt: 05.12.2018, 17:31 Uhr

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David Bruderer, Sportredaktor

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