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Bürgerliches Klimadebakel

Benjamin Geiger zum Ausgang der Wahlen im Kanton Zürich.

Damit hat niemand gerechnet: Die Grünen jagen der FDP einen Regierungssitz ab und die SVP verliert 9 ihrer 54 Kantonsratssitze. Wesentlich verantwortlich für dieses politische Erbeben sind die streikenden Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Aktionen in den letzten Monaten das Thema Klimawandel zuoberst auf die politische Agenda gehievt haben. Plötzlich erwarteten die Wählerinnen und Wähler Antworten. Die noch Anfang Jahr siegessicher in den Wahlkampf gestarteten SVP und FDP hatten keine.

Stattdessen bezeichneten sie die Klimadiskussion als «Hysterie» und diffamierten die engagierten Jugendlichen als «Kindersoldaten». Das goutierten die Wählenden nicht. Sie wandten sich in Scharen den beiden ökologischen Parteien der GLP und den Grünen zu.

In den Regierungsratswahlen profitierte vom Klimawandel der grüne Solarzellen-Ingenieur Martin Neukom, der statt des FDP-Manns und Vizepräsidenten des Automobilclubs Thomas Vogel gewählt wurde. Ein Kurswechsel ist deshalb in der Regierung aber nicht zu erwarten, weil die Bürgerlichen eine 4:3-Mehrheit behalten. Anders im Kantonsrat.

Dort bringen die Bürgerlichen SVP, FDP, CVP und EDU keine Mehrheit mehr zusammen. Zwar werden sie bei gewissen Themen weiterhin auf die Unterstützung der siegreichen Grünliberalen zählen können. In ökologischen Fragen aber wird sich künftig eine neue Mehrheit durchsetzen und zeigen, dass eine Klimawahl stattgefunden hat.

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